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	<title>veganmagazin Archive - KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</title>
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		<title>Erst kuscheln, dann essen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2020 14:47:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behind the Scenes]]></category>
		<category><![CDATA[veganmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lämmer auf Rädern, ein Euter als Heißluftballon und geteilte Hasen: Die Künstlerin Carolin Günther zeigt, wie schizophren unser Umgang mit Tieren oft ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/erst-kuscheln-dann-essen/">Erst kuscheln, dann essen</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><strong>Lämmer auf Rädern, ein Euter als Heißluftballon und Hasen, von denen sich wer ne Scheibe abgeschnitten hat: In ihrem Bilderbuch für Erwachsene zeigt die Berliner Malerin und Illustratorin Carolin Günther, wie schizophren unser Umgang mit Tieren oft ist. </strong></p>
<p><strong> </strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Süße Kinder, liebliche Blumen – und zerstückelte Tiere: Was ist die Botschaft hinter Deinen Bildern?</strong></p>
<p>Meine Illustrationen wirken auf den zweiten Blick. Auf den ersten Blick sind sie niedlich, aber dann muss man näher hingucken – und sich mit den gezeigten Widersprüchen auseinandersetzen. Einmal wurde ich gefragt: „Du kannst so schön zeichnen, warum muss da das Fleisch in dem Baum hängen?“ Und ich antworte dann: „Weil es sonst keinen Sinn hätte!“ Bilder ohne Botschaft sind für mich nur Dekoration.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie bist Du auf die Idee zu dem Buch gekommen?</strong></p>
<p>Die Bilder sind in meinem mehrjährigen Kunstprojekt <em>About Meat </em>entstanden. Einige der Illustrationen waren für die „World Illustration Awards“ nominiert und wurden unter anderem in London und Seoul ausgestellt. Ein Jahr später kam ich dann auf die Idee, zu den Bildern Texte zu verfassen – wie Kinderreime, aber mit harten Worten – und das Ganze als Buch zu veröffentlichen.</p>
<p><strong> </strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Du selbst hast schon als Kind kein Fleisch mehr gegessen. Wie kam das?</strong></p>
<p>Meine Eltern hatten mich mal in den Ferien auf dem Bauernhof meiner Großeltern abgegeben. Ich hatte schreckliches Heimweh. Jemand brachte mir Kaninchen zum Kuscheln ans Bett, das half. Doch Wochen später, bei unserem nächsten Besuch, gab es die Kaninchen zu essen. Seitdem habe ich kein Fleisch mehr angerührt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und wann kam der Schritt zu vegan?</strong></p>
<p>Ich bin auf einem Dorf groß geworden, in dem Glauben, dass die Kuh gemolken werden muss, weil sie eine Kuh ist und weil sonst das Euter platzt. Dass Kühe, wie jedes Säugetier, nur dann Milch geben, wenn sie Kinder bekommen, habe ich erst viel später begriffen. Vor ungefähr sieben Jahren ist mein Mann vegan geworden. Da habe ich mich informiert und bin mitgezogen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du führst Deine Kunst ja auch spazieren, zum Beispiel in Form einer bedruckten Handtasche. Wie reagieren die Leute?</strong></p>
<p>Manchmal werde ich angesprochen, woher ich die Sachen habe. Manche reagieren aber auch leicht verstört. Besonders in langen Warteschlangen beim Einkaufen, wenn man mehr Zeit hat, etwas zu betrachten. Eine Mutter hielt ihrem Kind mal fast die Augen zu, weil sie das Bild auf meiner Tasche so grausam fand. Und gleichzeitig kaufte sie unverdrossen Tierprodukte ein. Das ist so typisch: Wir halten vieles von den Kindern fern, dabei ist es doch Teil unserer Realität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Rolle kann die Kunst da spielen?</strong></p>
<p>Kunst sollte mehr sein als nur Deko. Die meisten Leute suchen sich ja ein Bild aus, das zu ihrem Sofa und zur Wandfarbe passt. Aber damit verschenken wir die Riesenmöglichkeit, eine Botschaft zu transportieren. Im Englischen spricht man auch von „Artivist“ – eine Mischung aus „Artist“ und „Activist“. Das ist eine große Bewegung, auch in der veganen Szene.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„So haben wir das schon immer gemacht. Ein Bilderbuch übers Tiereessen“ von Carolin Günther; gebundene Ausgabe (Pappbuch), 18 Seiten. € 22,00</p>
<p>Mehr Infos: <a href="https://www.about-meat.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.about-meat.com</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Interview erschien zunächst im <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/veganmagazin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VEGANMAGAZIN</a>.</p>

		</div> 
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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/erst-kuscheln-dann-essen/">Erst kuscheln, dann essen</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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		<item>
		<title>&#8222;Vegan sein ist etwas sehr Starkes und Männliches&#8220;</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/interview-vega/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2020 08:50:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[veganmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dicke Wumme, harte Sprüche - und Döner nur aus Sojafleisch: Ein Interview mit dem Deutsch-Rapper Vega.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/interview-vega/">&#8222;Vegan sein ist etwas sehr Starkes und Männliches&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><em>Foto: André Gosselin</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dicke Wumme, halbnackte Frauen, harte Sprüche – Vega beherrscht das Rapper-Repertoire perfekt. Und bricht das Klischee: Er trinkt lieber Smoothies als Vodka und isst Döner nur aus Sojafleisch. Wie kann man als Veganer in der Gangsta-Rap-Szene überleben? Katrin Kasper hat für das VEGANMAGAZIN nachgefragt.</strong><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Dein neues Album heißt „Locke“, wie Dein Spitzname. Was ist Deine Botschaft?</strong></p>
<p>Jeder Song ist eine emotionale Momentaufnahme. Dieses Deutsch-Rap-Hiphop-Ding bringt es auch mit sich, dass es Songs gibt, die inhaltlich gar nicht so eine Tiefe haben. Sie spiegeln einfach einen inneren oder fiktiven Kampf wider, manchmal wird einfach nur geprahlt. Aber es gibt auch politische Songs, zum Beispiel „Schwarz-Weiß“ mit Moses Pelham. Oder emotionale: Bei „Alles beim Alten“ kämpfe ich mit meinen inneren Dämonen. Natürlich wünsche ich mir, dass jeder, der das hört, unterhalten wird – und es vielleicht das eine oder andere Mal zum Nachdenken bringt oder hilft, eigene Wut loszuwerden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Früher hast Du ziemlich plakativ „Hau auf die Fresse“ gerappt. Später dann, dass Du weg willst von der Straße. Wie kam es zu dem Sinneswandel?</strong></p>
<p>Ich glaube, der Wunsch, da rauszukommen, besteht bei jedem, der einen Straßenhintergrund hat. Man kommt nur manchmal in so ein Fahrwasser, wo man die Art und Weise, wie man da miteinander umgeht, anfängt zu glorifizieren und schönzureden. Aber wir haben auch schon immer die Idee gehabt, mit unserer Musik ein Business aufzubauen, von dem unsere Leute – also Freunde, Jungs aus derselben Gegend – dann alle essen und ihre Miete bezahlen können. Natürlich hilft auch das Erwachsenwerden und damit der Reifeprozess, zumindest ab und an ein bisschen ruhiger zu werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Du benutzt in Deinen Texten viele Schimpfwörter. Kann man damit heute überhaupt noch jemanden schocken? Oder wozu sind sie gut?</strong></p>
<p>Für mich sind viele Wörter tatsächlich einfach so Kunstformen. Es ist auch gar nicht das Ziel, damit jemanden zu schocken. Wenn ich das wollte, würde ich andere Sachen sagen. Es ist einfach Teil meiner Sprache – das ist wahrscheinlich schwer zu verstehen für jemanden, der nicht aus dieser Szene kommt. Und ich verstehe auch, dass das dann total irre wirken kann. Für mich ist das aber nicht negativ behaftet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und die mit Geldscheinen drapierten nackten Frauenkörper in Deinen Videos? Wie ist das gemeint?</strong></p>
<p>(Überlegt.) Ja, Sexismus ist ein sehr schwieriges Thema – und die Art und Weise, wie Frauen dargestellt werden im Deutsch-Rap. Ich hab darauf leider auch keine gute Antwort. Das Thema ist für mich sehr fiktiv, so wie ein Film. Aber es spiegelt natürlich trotzdem auch unverblümt die Welt wider, in der wir aufgewachsen sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und wie bist Du aufgewachsen?</strong></p>
<p>Ich war seit meiner Jugend sehr viel im Frankfurter Bahnhofsviertel unterwegs, immer vom Rotlicht umgeben. Auf der anderen Seite bin ich in so einem Dreiergespann von meiner Mutter, meiner Oma und meiner Uroma aufgewachsen, ohne männlichen Gegenpol. Mir ist deshalb natürlich schon bewusst, wie man eine Frau in der „echten Welt“ behandeln muss. Aber Deutsch-Rap hat einfach gar keinen Filter, und es ist eine Musik, die viel aus sozial schwächeren Gegenden kommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Früher hast Du Deine Musik unter Deinem eigenen Underground-Label herausgebracht, heute bist Du bei Universal unter Vertrag. Wie passt so ein Konzern zu einem Gangsta-Rapper?</strong></p>
<p>Die sind ja voll im Gangsta-Rap-Geschäft drin! (Lacht.) Ich hab da künstlerisch die komplette Freiheit: Ich gebe ein mehr oder weniger fertiges Album ab, und die bringen das dann raus. Natürlich hole ich mir die Expertise, wenn ich denke, sie ist angebracht. Mittlerweile sind auch fast alle Artists irgendwo angedockt – es macht ja Sinn, sich den stärksten Partner zu holen. Das ist eine Win-Win-Situation.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ist Dein Künstlername „Vega“ eigentlich eine Anspielung auf Deine Ernährung?</strong></p>
<p>Das ist reiner Zufall. Der Name kommt von einer meiner Lieblings-Filmfiguren – von Vincent Vega aus Pulp Fiction, dargestellt von John Travolta.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du ernährst Dich seit sechs Jahren vegan. Was ist passiert? </strong></p>
<p>Ich habe die Doku Earthlings gesehen. Ich bin generell ein sehr mitfühlender, emotionaler Typ. Und das hat mich einfach so aus der Bahn geworfen, dass ich gesagt habe: Okay, davon möchte ich kein Teil mehr sein. Aber es gab schon vorher mehrere Steps, wo ich mal acht Wochen vegan war, aber das war mehr gesundheitlich motiviert. Und ich habe meine Freundin kennengelernt, die schon Vegetarierin war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Film allein hat dann gereicht?</strong></p>
<p>Es waren sogar nur vier Minuten. Mehr konnte ich nicht anschauen. Es ist ein ganz verrücktes Gefühl, was da in mir aufkam – eine Mischung aus unendlicher Traurigkeit, aber natürlich auch Wut und Hilflosigkeit. Das war der letzte Tag, an dem ich Fleisch gegessen habe. Und für mich war klar, dass ich es nie wieder tun werde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie mühsam war für dich die Umstellung auf Vegan?</strong></p>
<p>Da musste man sich schon so ein bisschen reinfinden. Es gab ja damals vielleicht zehn Prozent vom heutigen Angebot. Ich habe die Attila Hildmann-Challenge gemacht, da war ich erstmal mit Rezepten versorgt. Die waren teilweise schon aufwändig, heute gibt es im Internet Millionen von einfachen Rezepten. Ich esse zum Beispiel sehr gerne asiatisch, arabisch, israelisch – da gibt es viele Möglichkeiten. Und Frankfurt war auch schnell gut aufgestellt mit Restaurants mit veganem Angebot.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fühlst du dich heute fitter als früher? </strong></p>
<p>Am Anfang habe ich zugenommen, durch das viele Herumprobieren. Und ich habe gemerkt, dass vegan nicht unbedingt gesund bedeutet. Zwar ist es auf jeden Fall besser als nicht vegan. Aber dieses ganze Gluten und Weißmehl rauben mir krass viel Energie. Über die Jahre bin ich da wohl sensibler geworden. Ich faste ab und zu oder ernähre mich mal einen Monat rohköstlich. Wenn ich jetzt morgens schon mit zwei Brötchen starten würde, könnte ich mich einfach direkt wieder schlafen legen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was isst Du denn so? Kochst Du selber?</strong></p>
<p>Ich bin bei uns in der Küche die treibende Kraft – es gibt eigentlich nichts, was ich nicht schon gekocht habe. Das ist mein Hobby: ich esse gern und koche gern, das war schon immer so. Ich habe auch Gefallen daran, herumzuprobieren, wie ich alte Gerichte in vegan nachbauen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dein größter Erfolg?</strong></p>
<p>Ich habe Jahre versucht, sowas wie Kohlrouladen nachzubauen. Und zwar so, dass das Innere so fest wird wie ich das von meiner Oma kannte. Man hat nämlich oft das Problem, dass sich der Fleischersatz vollsaugt, und dadurch wird es dann weich. Ich hab’s wirklich mit allen möglichen Varianten probiert – und jetzt hat es das erste Mal geklappt, mit dem Fleischersatz von Beyond Meat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In Deinen Songs und Videos tauchen immer wieder die Ultras von Eintracht Frankfurt auf, Du bist selbst bekennender Hardcore-Fan. Halten die Dich da als Veganer nicht für total bekloppt?</strong></p>
<p>Ich bin jetzt schon ein paar Jahre aus diesem ganz harten Kern raus – die Musik nimmt einfach sehr viel Zeit in Anspruch. Aber lustigerweise werde ich das öfter gefragt, und das zeigt auch, dass die Leute ein ganz falsches Bild von so einer Gruppierung haben. Man muss wissen, dass diese ganze Bewegung sehr politisch ist. Die Leute denken krass über alternative Lebensstile nach, und für viele ist vegan da gar nicht so weit entfernt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Angst, von der Norm abzuweichen, kennst Du nicht?</strong></p>
<p>Ich hatte das Glück, dass ich immer ein bisschen Ton angebend war in den Kreisen, in denen ich mich bewegt habe – egal, ob in meiner Clique, meinem Musik-Kosmos oder meinem Label. Deswegen habe ich diese Angst nicht, dass ich was Neues starte und Leute mich dafür belächeln könnten. Im Gegenteil: Beim Thema Essen war es für mich so klar, dass das nicht richtig sein kann, was da passiert, dass ich versucht habe, mein Umfeld zu überzeugen. Ich halte meine Freunde ja für intelligent und mitfühlend, sonst würde ich mich nicht mit ihnen umgeben. Und ein Großteil von denen hat dann auch das Fleischessen aufgegeben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In der Hiphop-Szene geht es darum, Härte zu zeigen – als Zeichen von Macht und Männlichkeit. Wie passt das mit Deinem veganen Lebensstil zusammen?</strong></p>
<p>Es gibt da ja auch sehr, sehr viele, die kein Fleisch essen. Egal, ob das jetzt Moses Pelham ist, Kool Savas, auch Xavier Naidoo. Für mich bedeutet Stärke, dass man Schwächere schützt. Und das muss ja quasi von ganz unten beginnen: kleine Kinder und Tiere. Deswegen ist vegan sein eigentlich was sehr Starkes und Männliches.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auf Deinen Konzerten hast Du schon einen Infostand von PETA dabeigehabt, Einleger in Deinen Alben warben für die Doku Earthlings. Was bringt diese Art der Aufklärung?</strong></p>
<p>Ich habe es ja am eigenen Leib erlebt: Ich war über 30 Jahre lang so disconnected von meinen Gefühlen, und vier Minuten eines Videos haben gelangt, um mich komplett umzukrempeln. Gerade dieser Earthlings-Flyer mit dem Slogan „Wie viel Wahrheit verträgst Du?“ challenged einen natürlich auch, was bei Rap-affinen Jugendlichen besonders gut passt. Viele haben mir geschrieben, dass sie darüber vegan geworden sind. Bei den Konzerten bin ich mir nicht so sicher: die Leute sind in einem anderen Modus, die stellen sich nicht an einen Stand und nehmen eine Broschüre mit. Du musst sie auch im richtigen Moment erwischen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast Du auch mal Sorge gehabt, dass Fans Dir Deinen Aktivismus übelnehmen?</strong></p>
<p>Ich versuche, das auf einem subtilen Weg zu machen. Dass ich die Leute nicht zu hart stresse. Aber es ist natürlich auch notwendig, ihnen so ein bisschen die Augen zu öffnen – im Rahmen meiner Möglichkeiten. Und ehrlich gesagt: Wenn sich jemand darüber echauffiert, dass ich das anspreche, dann ist mir das auch egal. Dass meine Musik wirtschaftlich erfolgreich ist und ich Fans habe, ist selbstverständlich sehr, sehr wichtig für mein Leben. Aber es gibt Sachen, die sogar noch wichtiger sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In Frankfurt betreibst Du ein veganes PopUp-Restaurant. Ist die Gastronomie Dein neues Standbein – oder auch Teil Deiner Mission?</strong></p>
<p>Glücklicherweise ein Mix aus beidem. Wir haben da eine Location und verkaufen Tickets für ein veganes Menü mit Soul/Junk Food, die Rezepte sind alle von mir. Damit will ich auch die Leute erreichen, die nicht für das Emotionale empfänglich sind und einfach weiter Döner essen wollen. Denen kann ich jetzt sagen: „Okay, komm doch einfach mal vorbei und du kannst das essen, ohne geschmackliche Einbußen – plus: es ist kein Tier dafür gestorben.“ Und irgendwann kann ich damit dann hoffentlich auch Geld verdienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Geht es Dir nur um eine vegane Ernährung, oder achtest Du auch auf tierfreie Kleidung und Kosmetik – falls ein Rapper so etwas benutzen darf?</strong></p>
<p>Shampoo und Creme gehen schon. Ich muss sagen, ich bin bewusster, was das betrifft, aber gerade Schuhe habe ich noch viele aus Leder. Das nervt mich auch total, aber ich bin in diesem Prozess noch nicht so weit fortgeschritten wie beim Essen. Aber klar, die Idee ist natürlich, das komplette Leben auf Vegan umzustellen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Du rappst über das Leben auf der Straße, immer mit einem Bein im Knast. Besingst Du da nur ein Klischee, oder hast Du das wirklich erlebt?</strong></p>
<p>Das ist schon meine Sicht auf die Dinge. Wir waren nachts immer auf der Straße unterwegs und haben relativ schnell Probleme bekommen. Ich habe eine Bewährungsstrafe gekriegt und hätte auch hinter Gittern landen können. Nur weil man eine Mutter zu Hause hat, von der man durchaus genügend Liebe bekommt, bedeutet das nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, trotzdem abzurutschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was hat Dich gerettet?</strong></p>
<p>Ich glaube, weil ich relativ schnell etwas hatte, was mein absoluter Traum war: die Musik. Ich wusste, um das zu erreichen und wachsen zu lassen, was ich wollte, muss ich gewisse Voraussetzungen erfüllen. Und da muss ich andere Sachen hintenanstellen, zum Beispiel das draußen Rumhängen und Scheißebauen. Dann habe ich auch meinen Hund bekommen – ein ganz anderes Level von Verantwortung. Ich hatte eine Freundin und Leute, die im Musik-Kontext auf mich vertrauten. Je mehr Lebewesen auf dich zählen, desto mehr verringert sich auch der Raum für Quatsch im Kopf.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wie bist Du denn auf den Hund gekommen?</strong></p>
<p>Ich hatte mal einen Rhodesian Ridgeback auf der Straße gesehen. Mit so einem wunderschönen Tier wollte ich unbedingt zusammenleben! Jetzt habe ich Simba schon seit acht Jahren, er ist auch vegan. Wir müssen nur ein bisschen Taurin zufüttern, denn er ist ein sehr, sehr großer Hund. Aber er wirkt total fit!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du bist auf dem Dorf aufgewachsen. Wie war das für Dich?</strong></p>
<p>Meine Oma hat mich noch mit einer Kanne Milch holen geschickt. Jeden Tag musste ich ein großes Glas trinken! Die Leute haben sich auch sehr fleischlastig ernährt. Ich glaube, dass das einer der Gründe war, weshalb ich als Kind so oft krank war: Ich war Asthmatiker, hatte alle möglichen Allergien und war auch sonst sehr wackelig auf den Beinen. Ständig wurden mir Antibiotika verabreicht – ich vermute, dass ich deshalb später auch so viel zugenommen habe. Aber generell mag ich das Dorfleben.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wenn Du selbst eines Tages Kinder hast: Was würdest Du ihnen mit auf den Weg geben wollen? </strong></p>
<p>Dass sie mit der veganen Ernährung aufwachsen und es eine totale Normalität für sie darstellt. Ich glaube, dann wird es für sie komplett absurd sein, Fleisch oder Milchprodukte zu essen, da musst du gar nicht mehr viel erklären. Und ich wünsche ihnen –  wie eigentlich allen Menschen – die Eigenschaft, die mir am wichtigsten ist: Mitgefühl. Das ist der Schlüssel zu einem guten Zusammenleben, egal zwischen wem. Wenn man ab und zu mal versucht, sich auf den Stuhl des anderen zu setzen – das relativiert meist schon den ganzen Konflikt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<h2><strong>Zur Person</strong></h2>
<p>Der Deutsch-Rapper Vega wuchs in einem Dorf bei Frankfurt auf. Die Mutter ist Deutsche, der Vater Italiener – er verließ die Familie kurz nach Vegas Geburt. Mit bürgerlichem Namen heißt Vega André Witter. Der 36-Jährige ist seit mehr als zehn Jahren im Musikgeschäft, seine Alben erzielten Spitzenplätze in den deutschen Charts. Im März erschien &#8222;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=AiRec3W26GE&amp;list=OLAK5uy_kZ9y8TeFg_sbAdbfeMzqXpUr9BQTZaBHY&amp;index=2&amp;t=0s" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Locke</a>&#8222;, Vegas sechstes Soloalbum. Er ist auch in der Fußball-Fanszene aktiv und war Teil der Ultra-Bewegung bei Eintracht Frankfurt. In Frankfurt betreibt Vega den „<a href="https://www.vegansoulfoodclub.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vegan Soul Food Club</a>“, ein Popup-Restaurant in Zusammenarbeit mit der Kochwerkstatt Wiesbaden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Interview erschien zunächst im <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/veganmagazin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VEGANMAGAZIN</a>.</p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/interview-vega/">&#8222;Vegan sein ist etwas sehr Starkes und Männliches&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Jeden Schritt anerkennen&#8220;</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/jeden-schritt-anerkennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 14:54:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[veganmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Laura Malina Seiler: Die Podcasterin und Bestsellerautorin verspricht ein erfülltes Leben für jeden - wenn wir es denn wollen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/jeden-schritt-anerkennen/">&#8222;Jeden Schritt anerkennen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><strong>Grauer Hoodie, ungeschminkt und ein bisschen übernächtigt sieht Laura Malina Seiler aus – am Bildschirm, wir skypen. Auch einem High-Energy-Mentalcoach kann ein Baby den Schlaf rauben. Doch Seiler ist nicht nur junge Mutter, sondern auch Profi: Jede Woche haut sie einen neuen Podcast raus, zwischendurch schreibt sie Bücher, veranstaltet Massen-Workshops und tritt auf Konferenzen auf. Ihr Versprechen: ein erfülltes Leben für jeden – wenn wir es denn wollen. </strong><strong>Interview: Katrin Kasper.</strong></p>
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<p><strong>Dein Podcast „Happy, Holy &amp; Confident“ wurde schon mehr als zehn Millionen Mal abgerufen, Deine Bücher sind Bestseller, die Leute strömen in Scharen zu Deinen Vorträgen und buchen massenhaft Deine Web-Seminare. Eher Glück oder Arbeit?</strong></p>
<p>Ich war einfach mit dem richtigen Thema zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und ich spreche sehr undogmatisch über die Dinge, die Menschen wirklich wichtig sind. Ich bringe in das Thema Spiritualität und persönliche Weiterentwicklung eine gewisse Frische, weil ich nicht sage: „Du musst das so und so machen“, sondern einfach: „Hier, schaut mal, bei mir war das so und so, das hat mir geholfen, vielleicht funktioniert’s ja auch für dich“. Und meine unendliche Begeisterung für das Thema überträgt sich schnell auf andere.</p>
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<p><strong>Dein großes Thema ist die Selbstliebe – mit der Du selbst lange zu kämpfen hattest. </strong></p>
<p>Einer der größten Shifts für mich war die spirituelle Erkenntnis, als ich mir die Frage stellte: „Hey, was ist, wenn ich mir dieses Leben ausgesucht habe?“ Es war für mich damals sehr, sehr powervoll, mich nicht mehr als Opfer meiner Erfahrungen zu sehen,</p>
<p>sondern als Schöpferin. Darin konnte ich etwas finden, was mir Kraft gibt und nicht, was mir Kraft nimmt. Und das konkret übersetzen: Vergebungsarbeit machen, mich damit auseinandersetzen, warum sich Menschen so verhalten haben, wie sie sich verhalten haben. Mitfühlend auf Erfahrungen gucken – und mich selber mit anderen Augen sehen.</p>
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<p><strong>Du hast gelernt, nicht mehr so hart zu Dir selbst zu sein?</strong></p>
<p>Ich konnte mir diesen Raum aufmachen – wofür mein Herz schlägt, wofür ich hier bin. Und diese Maske abnehmen, die wir oft aufziehen, um irgendwelchen Erwartungen zu entsprechen. Das war ganz spannend, mir bewusst zu werden, dass ich viel versucht hatte, auf eine bestimmte Art und Weise zu sein, weil ich dachte, dann werde ich geliebt. Und als ich angefangen habe, so zu sein wie ich wirklich bin, kam die Liebe ganz von selbst.</p>
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<p><strong>Du bezeichnest Dich selbst als „Mindful Empowerment Coach“. Klingt etwas hochtrabend. Ist das die moderne Version einer Psychotherapeutin?</strong></p>
<p>Natürlich gibt es da Schnittmengen, klar. Aber bei der Psychotherapie geht es ja darum, mit Krankheitsbildern zu arbeiten. Im Caoching schauen wir sehr ressourcenorientiert: Wo möchtest Du gern hin in deinem Leben? Was möchtest Du erschaffen? Und was darfst Du dadurch in Dir verändern und loslassen?</p>
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<p><strong>Du sagst den Leuten: „So wie Du bist, bist Du perfekt!“ Klar, das hört jeder gern. Aber dann braucht sich auch niemand mehr entwickeln.</strong></p>
<p>Mit „perfekt“ meine ich, uns mit dem göttlichen Anteil in uns selbst zu verbinden – wie auch immer man „göttlich“ jetzt für sich selbst übersetzen möchte. Nämlich die eigene Vollständigkeit, die wir aber irgendwann vergessen haben. Das heißt nicht, dass alles, was du jetzt gerade machst, richtig ist. Sondern, dass es diesen Anteil in dir gibt, der perfekt ist – und erfüllt. Die Aufgabe von jedem einzelnen ist es, sich an diesen Anteil zu erinnern. Und aus unserem Albtraum aufzuwachen, den wir alle die ganze Zeit träumen: Dass wir eben nicht okay sind, dass es uns an irgendwas mangelt, dass wir irgendwas brauchen, Dinge, vor denen wir Angst haben.</p>
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<p><strong>Okay, Frieden mit mir selbst – und das war’s dann?</strong></p>
<p>Wenn wir uns mit diesem Anteil in uns verbinden, dann bin ich auch wieder mit allem verbunden. Und dann kommt automatisch dieser Schritt, dass uns der Effekt bewusster wird, den unser Handeln hat in der Welt. Deswegen ist die persönliche Weiterentwicklung auch so wichtig, weil sich dann der Kreis schließt: Plötzlich sind wir wieder mit allem verbunden – der Natur, den Tieren, anderen Menschen. Und dann ist es ja quasi unmöglich, jemand anderem Leid zuzufügen. Weil Du verstehst, dass Du dir in dem Moment auch selbst Leid zufügst.</p>
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<p><strong>Und wenn nun jemand seine Erfüllung darin sieht, ein toller Torero zu sein? Oder der schnellste Schlachter?</strong></p>
<p>Als Coach ist es meine Aufgabe, jemanden bewertungsfrei dabei zu unterstützen, seine Ziele zu erreichen. Aus spiritueller Perspektive aber geht es darum, Menschen zu helfen, sich mit ihrem innersten Kern zu verbinden. Ein Schlachter zum Beispiel könnte erkennen, dass er das Leid, was er anderen Wesen zufügt, immer auch sich selbst zufügt. Also, die Challenge, einen Schlachter zu coachen, würde ich wahrscheinlich annehmen! Es gibt da ja auch superschöne Geschichten, wie die von einem Milchbauern, der es nicht mehr ausgehalten hat, wenn seine Kühe nach ihren Kälbern riefen. Er hat seinen Betrieb so umgestellt, dass die Kälber mit ihren Müttern zusammenbleiben konnten. Wahrscheinlich verdient er jetzt weniger Geld, aber er hat auf sein Herz gehört.</p>
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<p><strong>Solche Beispiele sind leider eher Einzelfälle…</strong></p>
<p>Ich finde das super inspirierend. Meine Aufgabe als spirituelle Lehrerin sehe ich darin, Menschen dabei zu helfen, wieder in ihr Herz zu kommen und raus aus dem Kopf. Denn im Herzen weiß auch der Schlachter, dass das, was er tut, nicht richtig ist. Aber vielleicht wurde ihm beigebracht, dass es richtig ist, und er hat dadurch den Zugang zu seinem Herzen verloren. Das Schöne an gelebter Spiritualität ist, dass jeder bei sich selber gucken kann: Okay, wo habe ich denn den Zugang zu meinem Herzen verloren, zu meiner Wahrheit? Und wo verletze ich durch mein Verhalten andere Lebewesen? Im Alltag sind wir zwar nicht alle Schlachter. Aber, metaphorisch gesprochen, verletzten wir dadurch, dass wir oft selber verletzt sind, auch andere Menschen, und die Erde.</p>
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<p><strong>Wir alle sind irgendwo auch Schlachter?</strong></p>
<p>Es ist immer so leicht, auf andere zu zeigen und zu sagen: „Du böser Schlachter“ und „böser Bauer“. Ich glaube, wenn jeder anfängt, bei sich selber aufzuräumen und Frieden zu schließen, entwickeln wir eine ganz andere Kraft. Es kann ein neues kollektives Bewusstsein entstehen für Veränderungen in der Welt. Und das passiert ja auch gerade. Wir sehen, dass sich immer mehr Menschen vegan ernähren. Wir gehen zu Edeka, und da steht ist ein halbes Regal mit veganen Produkten in der Fleischabteilung. Das finde ich megatoll!</p>
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<p><strong>Na ja, global gesehen wächst der Fleischkonsum. Sinkt unser kollektives Bewusstsein nicht gerade?</strong></p>
<p>Zumindest leben wir in einer Zeit, in der es möglich ist, dass sich das Bewusstsein verändert – auch global: durch das Internet, eine neue Art der Kommunikation und völlig neue Technologien, gerade auch was die Entwicklung von Alternativprodukten betrifft. Man denke nur an den Hype um Beyond Meat. Die Frage ist natürlich, wieviel Power kriegt man hinter dieses Bewusstsein. Und dafür braucht es dann wieder jeden einzelnen, der in seiner Mitte ist, in seiner Kraft, und dazu beitragen kann, dieses Wissen in die Welt zu bringen.</p>
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<p><strong>Viele Menschen empfinden es als Druck, sich ständig selbst optimieren zu müssen. Befeuerst Du das nicht noch, wenn Du ihnen sagst, dass sich jeder ein außergewöhnliches Leben erschaffen kann?</strong></p>
<p>Gerade diesen Druck mache ich nicht. Ich sage, es ist ein Prozess, ein Weg. Und das einzige, was wichtig ist, ist, dass Du wirklich auch losgehst und dir die Zeit nimmst, die es braucht. Und für dich reinspürst, was für dich gerade das Richtige ist, jetzt in diesem Moment. Egal, was ich sage oder andere sagen oder was man irgendwo liest. Damit die Leute sich mit ihrer Intuition verbinden, mit ihrer eigenen Wahrheit. Und das Gute daran ist, dass dann automatisch wieder das Bewusstsein für das Richtige da ist.</p>
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<p><strong>Du ernährst Dich vegan. Wie und wann bist Du dazu gekommen?</strong></p>
<p>Das war ein Prozess von etwa anderthalb Jahren. Ich hatte so vor sechs, sieben Jahren ziemlich starke Hautprobleme und war oft müde. Irgendwo las ich dann, dass Milchprodukte den Körper stark übersäuern. Und dass diese Übersäuerung dazu führt, dass der Körper leichter Entzündungen bekommt. Und gerade Hautprobleme wie zum Beispiel Akne eine Form von Entzündung sind, die über die Haut dann quasi ausgeleitet wird. Ich fand das super spannend, die Hautärzte hatten nie eine Verbindung zur Ernährung hergestellt.</p>
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<p><strong>Wie schwer fiel Dir der Milch-Entzug?</strong></p>
<p>Ich habe zunächst für einen Monat keine Milchprodukte mehr gegessen. Und schnell gemerkt, wie meine Haut besser wurde. Da war ich voll angefixt, habe viel über Ernährung gelesen und bin schnell auf Vegan gestoßen. Das war zu der Zeit, als ich mir erlaubt habe, viel mehr in mein Herz zu gehen. Plötzlich habe ich diesen ganzen Schmerz gespürt – der Tiere, der Erde. Ich habe mich verbunden gefühlt und nicht mehr getrennt von der Erde und anderen Menschen. Es war so, als hätte sich ein Schalter in mir umgelegt: Ich kann kein Fleisch mehr essen! Rückblickend ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass ich das jemals gemacht habe. Aber mir fehlte vorher tatsächlich das Bewusstsein.</p>
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<p><strong>Nimmst Du Dir das im Nachhinein übel?</strong></p>
<p>Wir geben ja immer unser Bestes. Das ist wie bei dem Schlachter in unserem Beispiel, es fehlt einfach das Bewusstsein. Es ist eben die Realität, in der wir in dem Moment leben. Für uns ist es richtig, weil wir es so gelernt haben und vielleicht auch alle um uns herum es richtig finden. Und für mich kam damals dieser Riesen-Switch, dass ich gemerkt habe: Ich kann das gar nicht mehr, vom Herzen her. Also habe ich aufgehört, Tierprodukte zu essen.</p>
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<p><strong>Hattest Du anfangs noch Gelüste?</strong></p>
<p>Ich hab immer gern Burger gegessen, in Berlin gibt es ja überall diese Läden. Das war dann schon manchmal fies, weil es ja einfach gut riecht. Und ich weiß noch, am Anfang habe ich dann manchmal gedacht: „Ooooh, jetzt ein Burger!“ Aber dann kam sofort automatisch dieses: „Nee“. Es fühlte sich einfach nicht richtig an.</p>
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<p><strong>Und wie ist es bei Kleidung? Achtest Du auf vegane Materialien?</strong></p>
<p>Damit fange ich jetzt gerade an. Es sind ja immer so Stufen, die man hochgeht. Und mit diesem Thema beschäftige ich mich jetzt ganz bewusst – nicht nur, ob Kleidung vegan, sondern auch, ob sie fair hergestellt ist. Auch hier ist es wichtig, das in seinem eigenen Tempo zu machen. In dem Moment, wo wir uns zu etwas zwingen, funktioniert es nicht.</p>
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<p><strong>Was machst Du mit alten Sachen, die nicht vegan sind?</strong></p>
<p>Ich habe noch relativ viele Lederschuhe, die halten ja auch ewig. Da sage ich mir: Okay, die jetzt wegzuwerfen, ist bescheuert. Jetzt hat man sie ja, und dann trägt man sie halt auch. Sonst wäre das irgendwie paradox, das finde ich fast noch schlimmer. Dann wäre das Tier völlig umsonst gestorben.</p>
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<p><strong>Wenn man so viel im Rampenlicht steht wie Du, ist man auch schnell mal der Kritik ausgesetzt. Der Klassiker: Deine Schuhe, Dein Gürtel oder was auch immer sind angeblich nicht vegan, also bist Du auch keine richtige Veganerin. Wie gehst Du mit sowas um?</strong></p>
<p>Das ist mir tatsächlich noch nie passiert. Aber was ist überhaupt ein richtiger Veganer? Wer bewertet das? Ich freue mich über jeden Menschen, der schon an einem Tag in der Woche weniger Fleisch ist. Aber da haben wir Menschen manchmal die Tendenz, sehr hart zu sein. Und bewerten ausgerechnet die, die sich die allergrößte Mühe geben.</p>
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<p><strong>Was können wir dagegen tun?</strong></p>
<p>Ich glaube, es ist sehr wichtig, jeden Schritt in die richtige Richtung anzuerkennen. Und nicht ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man irgendwas macht, das noch nicht zu hundert Prozent richtig ist. Wir können uns sagen: „Hey, ich bin auf meinem Weg.“ Darin liegt Bewegungsfreiheit. Das Militante finde ich schwierig.</p>
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<p><strong>Wenn wir uns solche Schlupflöcher lassen, besteht dann nicht die Gefahr, dass wir in alten Verhaltensmustern hängen bleiben?</strong></p>
<p>Ich glaube, das ist typabhängig. Es gibt Menschen, die sind zu hundert Prozent ja oder nein, und es gibt Menschen – und das ist die Mehrheit –, für die ist Veränderung ein Prozess. Da geht es eher darum, das Endziel im Auge zu haben und sich jeden Tag ein Stück mehr dahin zu bewegen. Und gerade bei Nahrung ist es wichtig, liebevoll mit sich zu sein und sich sein eigenes Tempo zu erlauben. Statt sich abzuwerten, weil man etwas Falsches gegessen hat, sagt man sich dann lieber: „Hey, ich habe das jetzt gemacht, bin aber deswegen kein schlechter Mensch. Und morgen versuche ich es einfach wieder.“</p>
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<p><strong>Du bist ständig als Speaker auf Konferenzen unterwegs. Wie läuft es da mit der veganen Verpflegung?</strong></p>
<p>Ich esse unterwegs viel asiatisch, weil es da in 99 Prozent der Fälle immer was leckeres Veganes gibt – Curry mit Tofu und Reis zum Beispiel. Man muss natürlich gucken, ob Fischsoße oder so drin ist, aber das kann man ja alles fragen. Eigentlich finde ich immer was. Zur Not holt man sich eben einfach irgendwo ein Brötchen oder etwas mit Avocado. Mir etwas mitzunehmen, kriege ich nur selten hin. Aber mein Team weiß ja auch, dass ich vegan esse. Und auf unseren eigenen Veranstaltungen haben wir immer veganes Catering für alle.</p>
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<p><strong>Du hast ein eigenes Magazin herausgebracht: „I AM“, unter anderem mit veganen Rezepten. Deine Art, die Leute an das Thema heranzuführen?</strong></p>
<p>Ja. Ich sage niemandem: „Du musst jetzt auch vegan sein“, sondern: „Ich esse vegan. Mir tut es megagut. Probiere es aus!“ Mit den Rezepten will ich die Leute inspirieren. Aber ich bewerte niemanden, der nicht vegan ist – das sind trotzdem wundervolle Menschen. Es ist immer wichtig, dass man den Menschen nicht in seiner Würde angreift oder in seinem Menschsein.</p>
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<p><strong>Wie reagiert Deine Familie auf Deine Ernährungsweise?</strong></p>
<p>Das ist megageil: Meine Eltern essen jetzt komplett vegetarisch, obwohl es für sie früher völlig normal war, dass es Wurst gegeben hat und so weiter. Sie haben sich einfach von mir inspirieren lassen. Vor ein paar Tagen war ich bei ihnen in Bonn und mache den Kühlschrank auf, da liegen vegane Würstchen drin. Und mein Papa sagt: „Ja, die sind so lecker. Die essen wir jetzt immer!“ Er trinkt auch nur noch Hafermilch, und statt Butter gibt’s Alsan. Er ist über 70, aber so nach und nach stellt er sich um. Das ist eben ein Prozess.</p>
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<p><strong>Wie bist Du konkret vorgegangen? Hast Du mit Deinen Eltern auch mal über Tierrechte gesprochen?</strong></p>
<p>Nee, aber wenn ich essen gehe mit meiner Familie und sich jemand Kalbsschnitzel bestellt oder so, dann sage ich schon: „Boah, du weisst, das ist ein Babytier?“ Und lasse das auch so stehen. Ich sage also nicht: „Du darfst das nicht essen“, aber „Sei dir dessen bitte bewusst, das war ein Baby!“ – das kann ich mir meistens doch nicht verkneifen.</p>
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<p><strong>Du hast auch Deine Fans schon zu Aktionen rund um die Friday Future-Klimastreiks aufgerufen. Nach Müllsammeln, Kleider-Tauschparties und Flohmarkt schlägst Du einen veganen Potluck vor. Gehört die vegane Ernährung beim Klimaschutz nicht ganz nach vorn?</strong></p>
<p>Das waren einfach Vorschläge, die mein Team und ich gesammelt haben, wie wir im Alltag dazu beitragen können, unsere Erde zu schützen. Das ist alles gleichrangig, da war keine Wertung drin.</p>
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<p><strong>Bei der Klimadebatte wird ja das Thema Ernährung gern ausgeklammert. Nervt Dich das?</strong></p>
<p>Wenn man sich Zahlen anguckt, ist es ja wirklich eindeutig, dass gerade die Fleischproduktion, mit dem Futteranbau, dem Wasserverbrauch und den Wäldern, die dafür abgeholzt werden, unfassbar viel zur Klimaerwärmung beiträgt. Schon interessant, dass das so wenig thematisiert wird. Ich sehe da tatsächlich einen riesigen Hebel, über den man relativ leicht durch sein Konsumverhalten was ändern kann.</p>
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<p><strong>Was kannst Du mit Deiner Arbeit bewirken?</strong></p>
<p>Ich spreche darüber – in meinem Podcast, in Interviews – und meine Community weiß, dass ich vegan esse. Aber ich kann nur für mich schauen, was für mich das Richtige ist, und mich danach verhalten. Wir inspirieren doch viel mehr Menschen, wenn sie denken: „Krass, die hat soviel Energie, die ist so gut drauf, krass, die hat so ne gute Haut“, als wenn wir ihnen Angst oder ein schlechtes Gewissen machen. Das ist jedenfalls die Art, wie ich mein Leben lebe – und wie ich das auch weitergebe.</p>
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<h2><strong>Zur Person</strong></h2>
<p>Laura Malina Seiler gehört zu den angesagtesten Life-Coaches in Deutschland. Die 33-Jährige ist Bestseller-Autorin, hält Vorträge und bietet im Internet Selbsthilfekurse an. Ihr Podcast „<a href="https://www.youtube.com/channel/UCT3VhoB8A_ta85LsKfi5JdQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Happy, Holy &amp; Confident</a>“ wird monatlich Hunderttausende Male abgerufen, er gehört zu den erfolgreichsten in Deutschland. Laura Seiler wuchs in Venezuela, Bolivien und Spanien auf. Sie studierte Politik, Spanisch, Italienisch und interkulturelle Kommunikation in Düsseldorf, Istanbul sowie Berkley. Anschließend arbeitete sie im Musikmanagement und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Persönlichkeits-Coach. Laura Seiler lebt mit ihrem Partner in Berlin und ist Mutter eines kleinen Sohnes.</p>
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<p>Das Interview erschien zunächst im <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/veganmagazin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VEGANMAGAZIN</a>.</p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/jeden-schritt-anerkennen/">&#8222;Jeden Schritt anerkennen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Ich ecke ungern an&#8220;</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/ich-ecke-ungern-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2020 15:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[veganmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Gespräch mit dem TV-Moderator Jan Köppen über Glühbirnensammeln, Klimmzüge und die Bekanntschaft mit einem kleinen Schwein. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/ich-ecke-ungern-an/">&#8222;Ich ecke ungern an&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><strong>Unterhaltungsshows, Musiksendungen, Flummi-WM: Jan Köppen ist eine feste Größe im TV-Business. Der Moderator interessiert sich für viele Dinge – traut sich aber immer nur in Teilen ran, wie er sagt. Ein Gespräch über Glühbirnensammeln, Klimmzüge und die Bekanntschaft mit einem kleinen Schwein. Ein </strong><strong>Interview von Katrin Kasper für das VEGANMAGAZIN.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Du moderierst die deutsche Version der TV-Sendung „Ninja Warrior“ auf RTL. Für alle, die die Show nicht kennen: Worum geht’s da?</strong></p>
<p>Bei Ninja Warrior muss ein Athlet in mehreren Runden allein gegen einen Hindernisparcours und sich sozusagen von Level zu Level kämpfen, um dann im besten Falle am Ende 300.000 Euro mit nach Hause zu nehmen. Das hat bei uns aber bisher noch keiner geschafft. Tatsächlich ist der Fokus bei vielen Athleten auch nicht das Geld – und das ist schön zu sehen. In Amerika läuft Ninja Warrior schon einige Jahre mehr und ist eine Riesenshow. Dort haben bisher zwei Athleten gewonnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du warst ja selbst schon mal Teilnehmer in der spanischen Sendung. Was treibt einen da an?</strong></p>
<p>Grundlegend glaube ich, dass Leute vor allem sich etwas beweisen und wissen wollen, wie gut sie im Vergleich zuanderen sind – ob im Fitness-Studio um die Ecke oder eben bei Ninja Warrior. Bei so einer Show sind dann auch noch Kameras dabei, Publikum und schreiende Moderatoren. Das macht es nicht einfacher. Mich hat es einfach gereizt herauszufinden, mit wem ich mich in meinem Alter noch messen kann, ob ich den Parcours bezwingen kann. Und wie sich das anfühlt, so eine Leistung auf den Punkt abliefern zu müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du hast richtig gut abgeschnitten. Aber auf Deiner Website bezeichnest Du Dich nicht als Sport-Crack, sondern als „Hausmann“. Machst Du daheim Klimmzüge mit Feudel und Kochlöffel?</strong></p>
<p>Ich habe tatsächlich eine Klimmzugstange in meiner Wohnung und mache viel Sport, ja. Und Kochen kann ichzumindest ein bisschen, wenn auch nicht ständig. Außerdem habe ich einen gewissen Ordnungsfimmel: Ich muss immer alles gerade liegen haben. Ansonsten ist das Hausmann-Ding aber mehr mit einem Augenzwinkern gemeint.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>So wie das Glühbirnen-Sammeln angeblich ein Hobby von Dir ist?</strong></p>
<p>Das hat gar keinen tieferen Sinn. Ich finde nur die Vorstellung schräg, ein Glühbirnen-Sammler zu sein. Ich habe noch nie einen getroffen, aber wenn jemand Glühbirnen sammelt, muss der ein unfassbar starkes Interesse für diese eine Sache haben. Das glatte Gegenteil von mir: Ich habe ganz viele Interessen, traue mich da aber immer nur in Teilen ran.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auf Facebook unterstützt Du auch alles Mögliche: Wasserinitiativen, Organspenden, gemeinnützige Kunstprojekte. Wann wirbst Du endlich für den Verzicht auf Tierprodukte?</strong></p>
<p>Wenn ich das für mich geschafft habe. Fleisch esse ich schon seit Jahren nicht mehr, aber andere tierische Produkte sind noch dabei – kaum Milchprodukte, aber Eier ab und zu. Auf dem Weg bin ich auf jeden Fall, aber dafür werben könnte ich erst, wenn ich das auch wirklich zu hundert Prozent in meinem Alltag integriert habe. Sonst wäre ich nicht glaubwürdig. Gerade bei dem Thema könnte ich es nicht mit mir vereinbaren, etwas zu propagieren, was ich selbst nicht konsequent tue.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Warum hast Du Dich gegen Fleisch entschieden?</strong></p>
<p>Vor sechs Jahren waren meine Freundin und ich im Urlaub in Thailand. Da wollten wir aus hygienischen Gründen kein Fleisch essen. Und dann haben wir auch noch ein Schwein kennengelernt. <em>(Lacht.)</em> Es klingt absurd, aber wir haben tatsächlich auf einer Insel ein kleines Schwein kennengelernt, so vier, fünf Wochen alt. Das haben wir dann jeden Tag besucht – ein ganz soziales Wesen, das sogar auf meinem Arm geschlafen hat. Und uns wurde klar, dass es absurd ist, wie selbstverständlich solche Tiere zu verspeisen. Seitdem haben wir kein Fleisch mehr gegessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist Dir der Verzicht schwer gefallen?</strong></p>
<p>Hätte man mich vor acht Jahren gefragt, was mein Lieblingsessen ist, hätte ich wirklich gesagt: „Fleisch“. Ich war einfach Konsument, ohne mir Gedanken über den Preis und auch Qualität zu machen. Doch von einem Moment auf den nächsten hatte ich plötzlich keine Lust mehr drauf. Auch meinem Körper fehlt nichts, das ist ganz schön zu beobachten. Ich glaube, viele Menschen tragen das Bewusstsein in sich, dass man, nur weil man „stärker“ ist, sich ja nicht unbedingt über die Natur stellen muss. Und bei Experimenten, in denen Fleisch ein Gesicht bekommt, sagen viele: „Nein, ich will die Wurst nicht“. Aber im Alltag machen sich die Menschen eben nicht gerne bewusst, was sie da eigentlich essen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und wie ist es mit Fisch? Das sind doch auch soziale Wesen.</strong></p>
<p>Ich esse zwar manchmal noch Fisch, aber nur selten. Ich weiß, das klingt doof, aber das ist bei mir wie bei vielen noch verankert, dass Fisch nicht so emotionalisiert wie andere Tiere. Obwohl Richard David Precht das am Beispiel eines Oktopus gut erklärt hat: so ein schlaues Wesen, wird aus dem Meer gefischt und gegessen. Ich habe auch Artikel über die Massentierhaltung gelesen und Dokumentationen über die Milchproduktion gesehen. Und frage mich dann natürlich: Was machen wir hier eigentlich? Wenn man konsequent wäre, müsste man wirklich sagen: Jeder sollte vegan leben, dann wäre alles ein bisschen besser. Aber ich merke an mir selbst, wie schwer es ist, sich zu hundert Prozent dafür zu entscheiden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was müsste denn passieren, damit Du Dich zu hundert Prozent dafür entscheidest?</strong></p>
<p>Dieses Zwischendurch-Ding fällt mir schwer. In unserem Kühlschrank ist fast alles vegan – kein Fleisch, der Joghurt aus Kokos. Aber unterwegs und wenn ich reise, zum Beispiel am Bahnhof, ist bei mir das Bewusstsein in dem Moment einfach nicht so präsent – da bin ich auch bequem. Das gebe ich zu. Darum habe ich auch so viel Respekt vor denen, die das immer wieder im normalen Alltag hinkriegen. Denn da wird es einem immer noch nicht so leicht gemacht: Da kommt die Frage, ob man ein Käse- oder ein Salamibrötchen will, und man greift zum Käsebrötchen. Oder es gibt die Laugenstange – inwieweit die dann vegan ist, weiß ich nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Neulich in einer Radiosendung hast Du Dir Barbara Schönebergers Waffeln schmecken lassen. Waren die denn vegan?</strong></p>
<p>Das weiß ich gar nicht. Aber das ist genau der Punkt: Im Alltag vergisst man immer wieder, dass etwas auch in vegan möglich ist, und die Frage danach berechtigt ist. Das zeigt mir, dass ich mein Bewusstsein schärfen sollte, damit ich auch in solchen Momenten dran denke. Auf der anderen Seite bin ich aber auch ein sehr harmoniebedürftiger Typ, der ungern aneckt. Irgendwo in einem kleinen Restaurant, wo vegan noch gar nicht angekommen ist, zu fragen, was wo drin ist und ob man das anders haben kann – da hätte ich tatsächlich eine gewisse Hemmschwelle. Allerdings nicht derart, dass ich das Schnitzel nehmen würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Diese Scheu kennen ja viele. Warum kann eine „Rampensau“ wie Du sie nicht überwinden?</strong></p>
<p>Auch wenn ich bei meiner Moderationsarbeit viel im Mittelpunkt stehe, mag ich das privat nicht so. Und in dem Moment, wo ich das Thema Vegan auf den Tisch bringe, mache ich das natürlich. Das bringt einfach eine gewisse Dynamik in die Runde, die je nach Konstellation auch zu Spannungen führen kann. Ich würde das nicht wollen, aber wer zu tausend Prozent dahintersteht, geht damit auch wieder ganz anders um.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast Du auch schon erlebt, dass sich Leute an Dir ein Beispiel nehmen?</strong></p>
<p>Viele sagen: „Ist ja super, habe ich eigentlich auch die ganze Zeit vor. Wir essen auch viel weniger Fleisch und kaufen das immer gut ein.“ Ich glaube, viele Leute beschäftigen sich mehr mit dem Thema als man denkt. Und wissen auch, dass der Lebensstil, den sich unsere Welt angeeignet hat, eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist. Aber es steckt seit Generationen so in den Menschen drin, dass es sehr vielen einfach ganz schwerfällt, etwas zu verändern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie hältst Du es mit Kleidung und Kosmetik – achtest Du da auf vegan? </strong></p>
<p>In Teilen. Aber auch da ist es wieder so: was ist man gewöhnt? Das soll auch keine Ausrede sein, aber es geht immer um Bewusstsein. Lederschuhe habe ich kaum noch. Bei Stoffen weiß ich gar nicht, ab wann was vegan ist – damit habe ich mich noch nicht beschäftigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du hast ja mal Deinen CO2-Abdruck gemessen. Hast Du daraufhin was verändert?</strong></p>
<p>Ja. Das war sehr einschneidend: Ich fahre im Job jetzt nur noch Bahn. Früher war es spannend, mit dem Flugzeug zu pendeln. Aber ich habe gemerkt, dass das ziemlich dämlich ist, wenn es nicht sein muss. Und wenn ich bei dem Thema mitreden will, dann muss ich auch in meinem Leben etwas ändern. Und dazu gehört auch immer auf etwas zu verzichten. In Fall der Bahn einfach etwas mehr Zeit einzuplanen. Auch bei Urlaubsreisen fragen wir uns jetzt: Ist Fliegen noch zeitgemäß?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In Deinem Job bespaßt Du die Leute</strong><strong> und</strong><strong> nimmst an Poker-Shows und Flummi-Weltmeisterschaften teil. Wie passt das zu Deiner ernsthaften Seite?</strong></p>
<p>Mir fällt es oft schwerer, über ernste Themen zu reden, der Witz ist immer irgendwie leichter als die Tiefe. Heißt aber nicht, dass ich nicht auch in die Tiefen gehen kann. Aber ich fühle mich mit der Unterhaltung sehr wohl. Aber auch, weil zwei Stunden Spaß etwas Schönes sind: Es ist wichtig, dass wir lachen und mal nicht an das denken, was auf der Welt Schlimmes passiert. Wir werden jeden Tag zugeballert mit Informationen und Reizen – jeder versucht, das irgendwie zu kanalisieren und einzuordnen. Das fällt vielen unfassbar schwer, es wird rumgebrüllt und Hass ins Netz gekippt. Ich glaube, auch weil alle so überlastet sind. Wie ein Prozessor, der eigentlich weiß, dass seine Leistungsgrenze erreicht ist – aber er muss die ganze Zeit laufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du machst Musik und malst. Deine Art, mit dem Overflow klar zu kommen?</strong></p>
<p>Irgendwie ist das für mich basteln: etwas zu erschaffen wie in Kindertagen – einen Text, Musik am Computer oder auch ein Bild, das ich male. Das Malen ist für mich eine Herzensangelegenheit. In der Kunstwelt glaubt man ja oft, jemand müsse das gelernt haben, um es überhaupt zur dürfen. Aber ich war schon immer Autodidakt und habe mich als Kind hingesetzt, Superhelden gemalt, irgendwann gesprüht, später eine Leinwand gekauft und mich darauf ausgedrückt. Vor ein paar Jahren habe ich mir ein Atelier genommen, da male ich regelmäßig. Es ist mehr als ein Hobby und natürlich wünsche ich mir, dass meine Bilder gesehen werden. (Lacht.) Meine letzte Ausstellung in der Galerie im Venet-Haus in Ulm lief aber schon mal super.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Zur Person</strong></h2>
<p>Jan Henryk Köppen ist 36 Jahre alt, er wuchs in Gießen auf. Nach drei Semestern BWL und Jura machte er ein Praktikum beim Musiksender Viva, kurze Zeit später stand er dort als Moderator vor der Kamera. Es folgten diverse Formate auf ZDF Neo, sixx und RTL – darunter die Grimme-Preis-nominierte Wissenssendung „Yps“, die Comedy-Serie „Was wäre wenn?“ und die Tanzshow „Dance Dance Dance“. Seit 2016 moderiert er die deutsche Ausgabe der Spiel-Show „Ninja Warrior“. Jan Köppen lebt in Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Interview erschien zunächst im <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/veganmagazin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VEGANMAGAZIN</a>.</p>

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		<title>&#8222;So ein inneres Strahlen&#8220;</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/so-ein-inneres-strahlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2020 14:29:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[veganmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jahrelang lief Top-Model Eva Padberg über die internationalen Laufstege. Ein Interview aus dem VEGANMAGAZIN über Musik, Pilzsoße und Muttersein.</p>
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			<p><em>Foto: Patrice Brylla</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Jahrelang lief Top-Model Eva Padberg über die internationalen Laufstege. Heute macht sie mit ihrem Mann Musik, kocht vegane Steinpilz-Soße – und ist seit kurzem Mutter. Ein Interview aus dem VEGANMAGAZIN.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du wohnst abwechselnd am Prenzlauer Berg in Berlin und in der Uckermark. Was bedeutet Dir das Landleben?</strong></p>
<p>Ich bin auf dem Land aufgewachsen, in einem kleinen Dorf. Von daher bin ich es gewohnt, dass hinter dem Haus ein großer Garten ist, wo meine Eltern Gemüse anbauen. Als Kind habe ich das noch nicht so wertgeschätzt, aber seit ich so viel unterwegs bin, habe ich gemerkt, dass ich einen Rückzugsort brauche – und das ist die Uckermark geworden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du bist aufgewachsen in einer Kleinstadt in Thüringen, später als Model für Designer wie Ralph Lauren und Calvin Klein gelaufen. Wie hast Du Dich in der großen weiten Welt zurechtgefunden?</strong></p>
<p>Mit 16 war ich das erste Mal allein von zu Hause weg, eine Woche in Paris. Später war ich zwei Monate in Tokio, dann in New York. Ich wollte das zwar, habe mich als Mädel vom Dorf, die Sprache nicht richtig sprechend, aber oft einsam gefühlt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich selbstsicher genug war, um diese spannende Welt und das viele Reisen richtig genießen zu können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Über Dein Model-Dasein hast Du ein Buch geschrieben: „Model – Ich“. Deine Abrechnung mit einer harten Branche?</strong></p>
<p>Auf keinen Fall, es ist mehr so eine kleine Sammlung von Anekdoten über die unbekanntere Seite meines Berufs. Zum Beispiel, wie unglamourös teilweise die Apartments sind, in denen man untergebracht wird. Die meisten Leute denken ja, man fliegt die ganze Zeit nur Business Class und wohnt in Fünf-Sterne-Luxushotels.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du gehörst zu den wenigen Supermodels, die über viele Jahre erfolgreich waren. Wie hast Du das geschafft?</strong></p>
<p>Bei mir hat es ja eine ganze Weile gedauert, bis ich in der Model-Branche wirklich Fuß gefasst habe. Die ersten Jahre habe ich ziemlich rumgekrebst und nicht wirklich Geld verdient. Aber ich hatte immer Agenten, die an mich geglaubt und mich überzeugt haben, dass es irgendwann klappen wird. Die haben nie versucht, mich zu irgendwas zu drängen oder, wie andere Mädels, zum Abnehmen ins Fitness-Studio geschickt. Als dann die großen Werbekampagnen kamen, hatte ich schon eine gewisse Professionalität. Und die braucht man in diesem Job: Man muss vor der Kamera abliefern, sich kreativ beteiligen und den Leuten in guter Erinnerung bleiben – als jemand, der super sympathisch ist, lustig oder mit dem man einfach eine superschöne Zeit hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gut aussehen allein reicht also nicht?</strong></p>
<p>Ich glaube, die Leute sind dann schnell gelangweilt. Viele Kunden wollen ja auch interessante Gespräche führen in der Mittagspause, und die Fotografen und Stylisten wünschen sich eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Als Model ist man auch dafür zuständig, dass ein guter Vibe herrscht am Set.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du bist mit Deinem Mann, dem Musikproduzenten und DJ Niklas Worgt, seit Schulzeiten zusammen, seit 2006 verheiratet. In Promi-Kreisen ist diese Treue sehr ungewöhnlich. Wie schafft Ihr das?</strong></p>
<p>Die ersten zwei Jahre hatten wir nur aufeinander gehockt, dann lange eine Fernbeziehung geführt. Da habe ich versucht, nie länger als zwei Monate am Stück weg zu sein. Das war natürlich nicht so einfach: Anfangs hatte ich noch kein Handy, da haben wir auch mal ein paar Tage gar nicht telefoniert und uns Faxe geschrieben. Später mit Handy und Bild war es natürlich viel leichter. Es ist wichtig, dass man miteinander redet und nichts unterdrückt. Am Telefon Sachen auszudiskutieren, ist allerdings nicht so einfach. Das haben wir dann lieber auf Zeiträume gelegt, wo wir uns sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Als Duo „Dapayk &amp; Padberg“ macht Ihr zusammen elektronische Musik. Ihr habt schon mehrere Alben produziert, legt bei großen Partys auf. Mehr als nur ein Hobby?</strong></p>
<p>Seit der Geburt unserer kleinen Tochter kommt das leider viel zu kurz – es ist eben einfach sehr anstrengend, weil man wenig schläft. Mein Mann macht mir da zum Glück aber keinen Druck. Ich höre immer wieder Leute sagen, sie könnten nicht mit ihrem Partner zusammenarbeiten. Aber mit wem dann, wenn nicht mit dem Menschen, mit dem ich mich entschieden habe, mein Leben zu verbringen, und den ich am allermeisten liebe?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist denn Dein Part?</strong></p>
<p>Ich schreibe die Texte und mache die Vocals, entscheide aber auch mit, wie was arrangiert wird – bis hin zur Frage, ob hier oder da vielleicht noch ein Sound hin soll. Unsere Musik ist heute weniger nischig als früher, wir machen viel hörbarere Sachen, die man auch als Erwachsener einfach mal im Hintergrund laufen lassen kann. Aber unseren künstlerischen Anspruch haben wir behalten, einfach aufspringen auf das, was gerade gut geht auf dem Dancefloor, wäre uns zu einfach. Wir sind mehr die Jazzer der elektronischen Musik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zur Geburt Deines Kindes hast du Dir Spenden für das Kinderhilfswerk Unicef gewünscht. Wieso keine Geschenke?</strong></p>
<p>Ich unterstützte Unicef schon seit über zehn Jahren bei verschiedenen Projekten. In der Schwangerschaft habe ich gemeinsam mit Unicef  dann eine deutschlandweite „Babyshower“ ins Leben gerufen: statt Geschenken für uns, konnte man spenden. Es gab zum Beispiel Hebammen-Sets oder Erdnusspaste, damit füttern Mütter in Hungerregionen ihre Kinder. Das fand ich viel sinnvoller, als mir hunderttausend Sachen schenken zu lassen, die man gar nicht braucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie hast Du Dich eigentlich in der Schwangerschaft gefühlt – ein Model mit dickem Bauch?</strong></p>
<p>Die letzten Wochen waren wirklich sehr unbequem: Der Rücken, die Knie, die Hüfte taten weh. Und meine Finger waren so dick, dass ich meinen Ehering nicht mehr tragen konnte! Eigentlich hatte ich so eine Fitness-Schwangere sein wollen. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir ja schon so lange einen Kinderwunsch gehabt hatten und es dann endlich geklappt hat, ist man vielleicht noch ängstlicher, dass man ja nichts falsch macht. Darum habe ich mich relativ früh aus dem ganzen Fitness-Kram abgemeldet. Aber wenn ich mehr gemacht hätte, wäre es mir wahrscheinlich besser gegangen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mal abgesehen von Deinen Schwangerschafts-Blackouts: Wie vegan ernährst Du Dich denn normalerweise? Auf Instagram postest Du Fotos mit veganem Tzatziki, aber auch einen Käseteller…</strong></p>
<p>Wenn ich selber koche – was leider im Moment auch zu kurz kommt –, koche ich fast nur vegan. Ich finde die vegane Küche viel spannender als alles andere: Man kann mit Gemüse einfach viel mehr machen als mit Fleisch. Das vegane Tzatziki zum Beispiel war für mich so eine Offenbarung: ein Tzatziki, das wie ein Tzatziki schmeckt, aber vegan ist. Ich finde es einfach toll, wenn ich ein veganes Gericht entdecke, das alle Gelüste befriedigt – und die Erwartungen dann sogar noch übertrifft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du kommst aus Thüringen, dem Land der Bratwurst. Wie reagieren die Leute da auf Deine Ernährung?</strong></p>
<p>Wenn man da das Wort vegan erwähnt, fühlen sich die Leute schnell angegriffen und gehen in eine Abwehrhaltung. Das finde ich sehr anstrengend – ich ziehe den Hut vor jedem Veganer, der das einfach so tolerieren kann. Lustig ist es, die Leute zu verarschen: Silvester haben wir mal einen veganen Mett-Igel aus Reiswaffeln mit Tomaten, Salz und Zwiebeln gemacht. Ein Freund hat sich ein Brötchen nach dem anderen damit geschmiert – und war schockiert, als er erfuhr, dass er den Unterschied nicht bemerkt hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und womit kannst du kritische Esser sonst noch überzeugen?</strong></p>
<p>Eine vegane Bolo geht immer – mit Blumenkohl, Linsen und Walnüssen. Oder eben meine vegane Steinpilz-Soße, dazu gibt’s Kartoffelpüree mit Hafermilch und grüne Bohnen – das ist voll geil, so ein richtiges Wohlfühl-Essen. Das einzige, wo ich noch keine Alternative zu Milchprodukten gefunden habe, ist das Risotto – da kriege ich die richtige Schlonzigkeit nur mit Parmesan hin. Aber ich habe den Anfang gemacht und baue das weiter aus – es ist eben ein Prozess. Ich weiß nicht, ob ich am Ziel je ankomme, aber auf dem Weg lerne ich ganz viel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hat sich Deine Einstellung zum Essen verändert, seit Du selber Mutter bist und ein Kind stillst?</strong></p>
<p>Mein schlechtes Gewissen wegen dem Käse ist nicht gerade kleiner geworden. Dass wir als erwachsene Menschen die Muttermilch von anderen Lebewesen trinken, ist einfach ein sehr kranker Gedanke. Es ist menschheitsgeschichtlich nachvollziehbar, genauso wie dass der Mensch irgendwann angefangen hat, Fleisch zu essen. Aber wir sind einfach an einem Punkt angelangt, wo wir gute Alternativen haben. Und da gilt es jetzt, das eigene Bedürfnis hintenan zu stellen und auf eine nettere Art zu essen, <em>the kind way</em>, sozusagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Als Model ist Dein Körper Dein Kapital. Wie wichtig ist Dir Dein Äußeres?</strong></p>
<p>Gutes Aussehen ist vor allem eine gefühlte Wahrheit. Es hat mehr damit zu tun, wie gut ich gerade drauf bin – keiner fühlt sich jeden Tag schön. Neulich musste ich zum Beispiel zu einem Event und fühlte mich wie ausgekotzt, da hat auch das schicke Outfit nichts genützt. Es geht also darum, sich schön zu fühlen – weil man gesund ist und Energie hat. Und wir müssen aufhören, uns mit anderen zu vergleichen. Das macht keinen glücklich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt dabei die Ernährung?</strong></p>
<p>Eine sehr wichtige. Wenn ich ständig Sachen esse, von denen ich mich aufgebläht und fett fühle, kann ich mich nicht wohlfühlen. Wenn ich zum Beispiel Fleisch esse, fühle ich mich träge und müde, mein Bauch erscheint mir riesengroß. Veganer, die sich richtig gut ernähren, haben so ein inneres Strahlen. Die haben eine tolle Haut, werden nicht älter und sehen so vital und frisch aus. Und das ist etwas, wo man selber auch hinwill, und eine Motivation zu sagen: „Okay, ich probier’s mal wieder.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du bist sehr bekannt, warst Werbegesicht für Marken wie Astor und Mercedes und auch schon als Schauspielerin und Moderatorin unterwegs. Inwieweit kannst Du für einen nachhaltigen Lebensstil eintreten?</strong></p>
<p>In Maßen geht das schon. Zum Beispiel, wenn ich auf Flugreisen verzichte und lieber mit der Bahn fahre. Oder bei Jobs nach veganem Catering frage. Oder wenn ich bei einer Modekollektion frage, wie fair die Baumwolle ist. Viele Firmen haben solche Themen auch schon verinnerlicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag erschien zunächst im <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/veganmagazin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veganmagazin</a>.</p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/so-ein-inneres-strahlen/">&#8222;So ein inneres Strahlen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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		<title>&#8222;Ich möchte Umstände machen&#8220;</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/ich-moechte-umstaende-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2019 06:34:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[veganmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Promi-Stylist Armin Morbach über schlaue Models, Fleisch als Schwanzverlängerung und bayerische Zwetschgendatschi.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/ich-moechte-umstaende-machen/">&#8222;Ich möchte Umstände machen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><strong>Er spricht schnell, denkt noch schneller und nimmt kein Blatt vor den Mund: Promi-Stylist Armin Morbach über schlaue Models, Fleisch als Schwanzverlängerung und bayerische Zwetschgendatschi.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Schönheit kommt von innen, heißt es. Siehst Du Menschen an, ob sie vegan leben?</strong></p>
<p>Ich sehe an der Haut, ob jemand Fleisch isst oder nicht. Das beste Beispiel bin ich selbst: Seit ich meine Ernährung vor zehn Jahren auf vegan umgestellt habe, habe ich keine Ekzeme mehr, keine Schuppenflechte und kaum noch Pickelchen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Inwieweit hat sich das in der Beauty-Branche schon rumgesprochen?</strong></p>
<p>Es gibt schon einen großen Umbruch. Immer mehr Models sind vegan oder zumindest viel, viel bewusster in ihrer Ernährung. Mein Fotostudio ist komplett vegan und viele Mädchen sind total happy, dass es bei uns ein veganes Catering gibt. Wenn wir eigene Produktionen machen, ist auch die Kosmetik vegan. Es gibt bei mir keinen Pelz und wir versuchen, das Leder wegzulassen. Wenn da irgendwo eine Applikation ist, kann ich dem Designer natürlich nicht vorschreiben, sie wegzulassen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du bist Deutschlands bekanntester Stylist, machst Topmodels wie Naomi Campbell, Eva Padberg und Toni Garrn die Haare. Was fasziniert Dich daran?</strong></p>
<p>Es ist die Welt, die am schnellsten adaptiert. Bei aller Oberflächlichkeit geht es ja immer auch um die neuesten Trends. Und das macht die Branche sehr weltoffen. Wenn ich jeden Tag in eine Bank gehen und meinen Kollegen erklären müsste, warum man kein Salamibrötchen essen sollte, wäre ich zu sehr Apostel. Damit will ich mich nicht ständig auseinandersetzen müssen. Aber die Mädels da draußen sind 16, 17 Jahre alt und extrem schlau. Für die ist Fleischessen gar kein Thema mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist vegan unter Models nicht oft mehr so eine Art Diätversuch, um dünn zu bleiben?</strong></p>
<p>Überhaupt nicht, vegan ist bei ihnen eine Einstellung. Viele Mädchen kommen ins Studio und bringen ihre Karotten mit, weil sie davon ausgehen, dass es mittags Spaghetti Bolognese gibt. Ich glaube, dass sich das Bewusstsein sehr geändert hat. Ich zähle sehr darauf, dass sich die Welt durch die Jungen ändert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bekannt wurdest Du als Jurymitglied von „Germany’s Next Top Model“. Junge Frauen bewerten und aussortieren – hattest Du Skrupel?</strong></p>
<p>Nö. Ich finde, das ist ein Job. Wenn ein Mädchen keine 90-60-90-Maße hat, nicht fotogen ist oder nicht laufen kann, dann gehört sie da auch nicht hin. Ich gehe ja auch nicht zum Arzt und frage, ob er sein Handwerk gelernt hat. Und wenn ich Model werden will, muss ich eben manches mitbringen. Body Positivity finde ich super – aber wenn eine Kollektion für den Laufsteg genäht wird, in Kleidergröße 36, kann ich nicht mit 38 kommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Klingt ganz schön hart …</strong></p>
<p>Ich habe selbst sehr schwer gearbeitet, um dort hin zu kommen, wo ich bin. Und wenn Du Deinen Job nicht ausfüllen kannst, bringt er Dir ja auch nichts. Dann muss man dem Mädchen den Traum auch nehmen – alles andere wäre verlogen. Ich habe so viele Mädchen begleitet – Toni Garrn, Julia Stegner und wie sie alle heißen. Du hast gesehen, sie sind wie ein roher Diamant, den schleift man ein bisschen, dann ist er super. Und es gibt Mädchen, da schleifst Du und schleifst Du, und es bringt nichts. Da muss man irgendwann als fairer Partner in der Branche sagen: „Du, es tut mir leid – auf Wiedersehen!“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und warum bist Du nach der ersten Topmodel-Staffel ausgestiegen?</strong></p>
<p>Weil ich einfach keine Mädchen für den roten Teppich oder Influencerinnen suchen wollte, sondern Models. Aber darum geht es bei der Sendung gar nicht. Unsere damalige Gewinnerin Lena Gehrke macht ihre Sache gut – aber sie ist eben Moderatorin geworden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Mode-Business ist bestimmt von Äußerlichkeiten. Ist das nicht ein Widerspruch zum veganen Lifestyle?</strong></p>
<p>Dank visueller Medien wie Instagram werden wir heutzutage so informiert, wie es vor zehn Jahren gar nicht möglich gewesen wäre. Ich lebe deshalb vegan, wohne in einer WG, reise CO2-neutral, möglichst mit der Bahn. Viele sagen zu mir, das geht doch nicht, und warum machst Du das? Aber ich glaube, man kann mit einer weichgespülten veganen Einstellung nicht die Welt verändern. Ich sehe das so: Ich bin als Gast hier auf der Erde und habe ein schönes Zimmer gekriegt. Das richte ich mir ein mit allem, was dazu gehört, und versuche, es so sauber wie möglich zu halten. Und wenn ich es irgendwann verlasse, möchte ich sagen können: „Da klebt kein Blut an der Wand und es ist frisch gelüftet.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du warst ja erst Vegetarier. Wie kam’s zur Umstellung auf vegan?</strong><strong> </strong></p>
<p>Ich war nur ein halbes Jahr Vegetarier. Dann habe ich gemerkt, dass ich zu dick werde. Ich aß nur noch Nudeln und bekam Durchfall von den Milchprodukten. Der Arzt meinte, ich sollte Laktose-Tabletten nehmen. Was ich merkwürdig fand, er hätte ja auch sagen können: „Versuch mal, vegan zu leben. Vielleicht verträgst Du Milch einfach nicht.“ Aber das ist ja zu billig, zu einfach. Jedes Rezept bringt ein paar Euro – das ist Geldmacherei. Ich habe mich dann einfach selbst informiert und Leute wie Joaquin Phoenix kennengelernt, der ja schon lange vegan lebt. Und mich dafür entschieden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie ist es Dir bekommen?</strong></p>
<p>Die Umstellung meines Körpers war wie ein Entzug – das erste halbe Jahr vegan war ich wie Christiane F.! Ich hatte Pickel, Durchfall, es ging mir beschissen! Ich dachte, ich vertrage kein Soja. Aber danach war es super! Nur so einen richtig leckeren Pudding, den vermisse ich manchmal. Oder eine Dampfnudel!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dann bist Du nicht nur aus gesundheitlichen Gründen vegan geworden?</strong></p>
<p>Nein. Ich bin extrem emotional und glaube, dass jedes Lebewesen eine Seele hat. Ich bin kein geschmacklicher Veganer, sondern ein komplett ethischer. Die Buletten meiner Mutter früher waren total lecker, es ist nicht so, dass ich die plötzlich nicht mehr mochte. Inzwischen weiß ich gar nicht mehr, wie das wäre, wenn ich da reinbeißen würde. Deswegen erschrecken mich die „Beyond Meat“-Burger sehr, weil sie wieder das Gefühl von Fleisch vermitteln. Das möchte ich gar nicht mehr, und 50 Prozent Fett möchte ich auch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kurz nachdem Du vegan geworden bist, hast Du für eine Peta-Kampagne als „Frischfleisch“ posiert. Wie stark ist Dein Sendungsbewusstsein heute?</strong></p>
<p>Ich bin da immer noch ganz offensiv: der faule Zahn, der beim Essen mit den Leuten diskutiert. Die wissen auch, dass sie nicht unbedingt Fleisch kochen, wenn sie mich einladen. Wenn ich mit einer Gruppe essen gehe, zahle ich nicht für Fleisch. Und wenn ich mittags Essen im Büro bestelle, darf sich jeder was aussuchen – aber es gibt vegan. Sogar meine Eltern, die aus Bayern kommen, essen bei mir kein Fleisch. Das ist auch eine Sache des Respekts. Und man kann heutzutage einfach nicht mehr sagen: „Nee, das stimmt nicht mit den Schweinen“ oder so, das ist ja alles belegt. Immer mehr Menschen kriegen dann einfach ein schlechtes Gewissen. Und ich sitze ja nicht bei mir zu Hause mit zwei Karotten und Salat, sondern gebe mir auch Mühe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was gibt es denn so im Hause Morbach?</strong></p>
<p>Ich lebe in einer WG mit meinem Freund, den ich demnächst heiraten werde, und meinem besten Freund zusammen. Wir sind alle vegan. Der eine kocht gern asiatisch, der andere macht wahnsinnig tollen Salat und Beilagen. Ich bin für die bayerische Küche zuständig. Ich habe meine zehn, fünfzehn Gerichte, die variiere ich – zum Beispiel eine Nudelpfanne mit irgendwelchem Gemüse drin. Und ich backe auch Kuchen, sonntags gibt es Zwetschgendatschi. Mein Kühlschrank ist voll und es gibt alles – außer tierische Produkte. Wir vermissen nichts!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Viele Veganer wollen anderen keine Umstände machen und haben zum Beispiel Angst, im Restaurant nach den Zutaten zu fragen. Wie ist das bei Dir?</strong></p>
<p>Ich möchte Umstände machen! Wenn keiner Umstände macht, ändert sich nichts. Das ist vielleicht unangenehm, aber es braucht Leute, die nerven. Egal, auf welchem roten Teppich: die Leute wissen, dass ich vegan bin. Ich habe auch schon einen offenen Brief an Patricia Riekel geschrieben, die frühere Chefredakteurin der Bunten. Dass ich nicht verstehe, wie wir Menschen mit einem Bambi auszeichnen für großes Umweltengagement, und danach gibt‘s Lachs, Tartar-Häppchen und Spanferkel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast Du das nicht selbst jahrelang akzeptiert?</strong></p>
<p>Ja, aber inzwischen bin ich radikal und sage: „Das ist auch meine Welt, nicht nur deine!“ Ich bin fünffacher Taufpate und möchte, dass meine Patenkinder auch noch glückliche Schweinchen sehen, saubere Meere haben und frische Luft. Und langsam werde ich richtig stinkig, weil ich finde, man kann’s nicht mehr so hinnehmen und sagen: „Ja, das ist halt so, was kann ich schon ändern?“ Wenn jeder so denken würde, würde sich nie etwas ändern!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Du wirbst unter anderem für Schwarzkopf – die Marke gehört zum Chemiekonzern Henkel, der auch Tierversuche durchführen lässt. Kein Problem für Dich?</strong></p>
<p>Dieser Riesenkonzern macht vegane Shampoos, weil ich jahrelang mit denen gesprochen habe. Zum Vorstand habe ich die Albert-Schweitzer-Stiftung mitgebracht, wir haben über Tierschutz, Nachhaltigkeit und Trends geredet. Wie wir die Marke sympathisch darstellen. Jetzt sind die meisten Produkte vegan – und verkaufen sich wie geschnitten Brot.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kommst Du mit Deiner Beauty-Zeitschrift „TUSH“ oder bei Werbe-Kampagnen für Konzerne manchmal in Gewissenskonflikte? Zum Beispiel, wenn wer nicht-vegane Kosmetik verkaufen will?</strong></p>
<p>Bei Schwarzkopf habe ich mich stark gemacht, weil ich da seit 16 Jahren einen Vertrag habe. Anderen Konzernen kann ich nicht vorschreiben, sie müssten jetzt vegan sein. Ich kann in meinem Studio kleine Sachen machen, wie „Cruelty-free“-Makeup und veganes Essen. Und ich merke, das Umdenken ist überall da. Viele machen nur Tierversuche, weil sie nach China exportieren, wo das verlangt wird. Das kann ich nicht ändern, aber ich kann die Leute anstupsen. Und ich mache viel Kohle, stecke aber auch viel in Tierschutzprojekte, helfe Obdachlosen und fahre nachts selbst los, um Tauben zu retten. Das funktioniert nur, wenn ich Geld verdiene.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast Du auch schon lukrative Aufträge abgelehnt?</strong></p>
<p>Mir hat mal ein Pelzhersteller 100.000 Euro angeboten für eine Anzeige und eine Fotostrecke in meinem Heft. Sehr viel Geld, aber das habe ich abgelehnt. Auch Alligatoren- und Schlangenleder gibt es bei mir nicht. Alles andere sind Sachen, die nur langsam funktionieren. Es freut mich natürlich, dass Burberry und Donatella Versace keinen Pelz mehr verwenden. Aber die Menschen haben noch nicht verstanden, dass auch Leder keine Abfallprodukt ist, sondern viel schlimmer als die Fleischindustrie.</p>
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<p><strong>Wie erreichst Du die Leute?</strong></p>
<p>Ich packe sie bei ihrer Eitelkeit. Die Beauty-Branche ist sehr eitel. Und wenn ich sage, ich bin fast 50 und habe nichts machen lassen außer ab und zu eine Laserbehandlung, dann staunen die. Aber guck mal Jared Leto an, der schon ganz lange vegan lebt: Das sind diese neuen Gesichter, die dank ihrer Ernährung nicht altern, statt wegen irgendwelcher Operationen. Unsere Haut ist wie ein Barometer: Stress, Ernährung, Liebe – das sind alles Dinge, die extrem darauf einzahlen.</p>
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<p><strong>Viele Männer halten Fleischessen für männlich. Wie siehst Du das?  </strong></p>
<p>Männer, die meinen, Fleisch zu brauchen, haben einen kleinen Schwanz. Oder zumindest gefühlt. Das hat irgendwas mit einem Minderwertigkeitskomplex zu tun, den ich nicht verstehe. Der stärkste Mann der Welt ist vegan und es gibt so viele vegane Männer, die super Sport machen und toll aussehen.</p>
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<p><strong>Hast Du Dich auch mental verändert, seit Du Dich vegan ernährst?</strong></p>
<p>Ich war früher eher aufbrausend und bin schnell an die Decke gegangen. Jetzt bin ich viel ruhiger. Und hypersensibel: Ich kann kein Video gucken, wo ein Hund hinter Gittern sitzt. Da heule ich gleich, weil es mich einfach traurig macht – das war früher nicht so. Da bin ich vielleicht ein Weichei. Aber ich setze mich mit jedem Fleischesser an den Tisch und diskutiere das aus. Auch mit Armdrücken – ich bin weder dürr noch klapprig.</p>
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<p><strong>Laut Max-Planck-Institut warst Du eines der drei schlausten Kinder Deutschlands – aber Du hast mit 15 die Schule abgebrochen und eine Friseur-Lehre angefangen. Warum? </strong></p>
<p>Ich bin auf dem Land zur Schule gegangen, wegen einer unerkannten Lese-Schreib-Schwäche hielt man mich für dumm. Bis das Max-Planck-Institut kam, das den Schlausten und den Dümmsten suchte – letzteren vermutete man in mir. Doch im Laufe jahrelanger Intelligenztests haben sie gemerkt, dass es eher umgekehrt war. Inzwischen wollte ich aber nicht mehr da sein, wo ich nur verarscht worden war. Und mit 15 wusste ich auch, dass ich schwul war – schwierig in einem Dorf mit 40 Einwohnern. Darum ging ich nach München und übernahm selbst das Ruder.</p>
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<p><strong>Du fotografierst auch, Deine Bilder hängen in Museen, sie sind oft verstörend: Models mit Gabeln in der Stirn, mit aufgerissenem Mund oder vermummt mit Reißverschluss. Ein Aufbegehren gegen glatte Schönheit?</strong></p>
<p>Meine Bilder sollen polarisieren mit ihrer Aussage. Es geht um das Sprechverbot, oder dass Du erstmal überlegen solltest, bevor Du isst. Damit angefangen habe ich vor zehn Jahren, es war purer Zufall: Als mal kein Fotograf kam, habe ich einfach selbst die Kamera in die Hand genommen. Ich hatte gar nicht den Anspruch, Künstler zu werden. Als eines Tages der große Sammler F.C. Gundlach anrief, dachte ich erst, da will mich jemand verarschen. Doch er hat meine Bilder in seine Stiftung aufgenommen. Das war wegweisend: Ich hatte jemanden getroffen, der mich führt – der etwas in mir sieht und mir sagt, was ich wie ich machen soll. Das war total spannend.</p>
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<p><strong>Auch das Einkaufen musstest Du ja neu lernen. Wie und wo deckst Du dich ein?</strong></p>
<p>Ich kaufe nur im Bioladen, nie im normalen Supermarkt. Bei Kleidung achte ich auf Fairtrade und trage keine Wolle. In meinem Kleiderschrank gibt es überhaupt nur Schwarz, Weiß und Grau (zückt das Handy und zeigt ein Foto mit monochromen T-Shirt-Stapeln). Und meine Schuhe sind aus Stoff – es gibt wenig coole vegane Schuhe. Wenn mir ein Freund zum Geburtstag aus Mitleid Lederschuhe schenkt, nehme ich sie an. Aber ich sage: nächstes Jahr bitte nicht mehr.</p>
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<p><strong>Und was bekommen Deine drei Hunde?</strong></p>
<p>Sie bekommen manchmal Fleisch. Man könnte sie völlig vegan ernähren, aber sie sind viel draußen und haben den Trieb zu jagen. Ich selbst fände das zu eklig, aber mein Freund füttert ab und zu Pansen – ein Abfallprodukt. Wir würden nichts kaufen, wofür man schlachten müsste.</p>
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<p>Der Beitrag erschien zunächst im <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/veganmagazin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veganmagazin</a>.</p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/ich-moechte-umstaende-machen/">&#8222;Ich möchte Umstände machen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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