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	<title>vegan-fuer-mich Archive - KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</title>
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	<description>KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</description>
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		<title>Campingkocher im Hotelzimmer</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/campingkocher-im-hotelzimmer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2018 07:27:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[vegan-fuer-mich]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Xavier Rudd, australischer Singer-Songwriter und Tierrechts-Aktivist, tourt ab September mit seinem neuen Album „Storm Boy“ durch Europa.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/campingkocher-im-hotelzimmer/">Campingkocher im Hotelzimmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><b>Drei Fragen an Xavier Rudd, australischer Singer-Songwriter und Tierrechts-Aktivist, der ab September mit seinem neuen Album „Storm Boy“ durch Europa tourt.</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol>
<li><strong>Du bist Musiker und Umweltaktivist. Was kann Musik bewirken?</strong></li>
</ol>
<p>Musik ist eine sehr starke Medizin – das war sie von Anfang der Menschheitsgeschichte an. Aber um Veränderungen zu bewirken, müssen die Leute offen dafür sein. Manche sind das bis zu ihrem Tod nicht. Doch wir müssen lernen, aus unserem Ego heraus zu treten – also alle Emotionen loslassen, die uns von unserer natürlichen Verbundenheit mit der Erde trennen. Wenn Leute diese Reise antreten, passieren magische Dinge. Musik kann der Soundtrack dazu sein, oder auch ein Katalysator.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="2">
<li><strong>Trotzdem zerstören die Menschen unseren Planeten immer weiter. Was gibt Dir Hoffnung? </strong></li>
</ol>
<p>Wir können Problemen auf zwei Weisen begegnen: mit Wut oder mit Liebe. Ich versuche, geduldig zu sein und zu zeigen, dass Liebe die stärkere Medizin ist. Viele Menschen setzen sich für positive Veränderungen ein. In meinen Konzerten feiern wir, was wir erreicht haben. Das ist wichtig, denn die Arbeit als Aktivist ist anstrengend und hart. Um da nicht auszubrennen, brauchen wir diese Balance und Gemeinschaft. Wenn wir irgendwann erschöpft aufgeben, ist niemandem gedient.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="3">
<li><strong>Du lebst seit zehn Jahren vegan. Ist das unterwegs schwierig? Du tourst ja ständig durch die Welt.</strong></li>
</ol>
<p>Wenn das Essen mies ist, was oft der Fall ist, koche ich mir im Hotel selbst was: Ich habe immer einen Gaskocher und eine Bratpfanne im Gepäck. Manchmal gibt es auch Restaurants mit veganen Angeboten, und in den Flieger nehme ich Mandeln und Proteinpulver mit. Das fülle ich im Shaker mit Wasser auf, es sättigt sehr gut. Ich bin da ganz unkompliziert: Essen ist für mich in erster Linie Treibstoff – wenn es gut schmeckt, ist das ein Bonus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Interview erschien zunächst auf <a href="https://www.vegan-fuer-mich.de">vegan-fuer-mich.de</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Foto: Cole Bennetts</p>

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	</div> 
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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/campingkocher-im-hotelzimmer/">Campingkocher im Hotelzimmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Alles Käse, oder?</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/alles-kaese/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Nov 2017 11:12:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Soyana]]></category>
		<category><![CDATA[vegan-fuer-mich]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Nagel]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu Joghurt, Sahne, Quark und Käse gibt es immer mehr spannende pflanzliche Alternativen. Wir haben einige probiert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/alles-kaese/">Alles Käse, oder?</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><strong>Zu Joghurt, Sahne, Quark und Käse gibt es immer mehr spannende pflanzliche Alternativen. Wir haben einige probiert.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Auf Fleisch zu verzichten, fällt vielen nicht allzu schwer. Aber auf Käse, Sahne und Joghurt? Das geht selbst Hipstern zu weit, die ihren Latte längst mit Sojamilch genießen. Ich selbst, von klein auf Vegetarierin, habe früher Milchprodukte in rauen Mengen verputzt: Familien-Joghurtbecher als Snack, Sahne zum Kuchen, Schafskäse im Salat, Frischkäse auf dem Brot, Gouda auf der Pizza – lecker! Dass Käse oft nicht mal vegetarisch ist, weil er mit Lab aus Kälbermagen gewonnen wird, hatte ich wohl irgendwie verdrängt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun bin ich schon lange Veganerin, aber die wenigen veganen Käse-Alternativen, die es vor einigen Jahren zu kaufen gab, haben mich nicht wirklich überzeugt. Zu viele fragwürdige Inhaltsstoffe, zu teuer und vor allem: zu wenig Geschmack. Doch es hat sich viel getan: Sojabohnen, Mandeln, Cashews, Kokos, Hafer, Hanf, Lupinen – die Hersteller veganer Milchprodukte werden immer erfinderischer, wenn es um Alternativen zur Kuhmilch geht. Viele dieser Rohstoffe sind von Natur aus eiweißreich und enthalten gesunde Fette. Und die aus Pflanzen gewonnene Milch lässt sich genau wie die vom Tier mit Hilfe von Bakterienkulturen fermentieren, also reifen – zu Joghurt, Sahne und sogar Käse.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kokosnuss und Sojabohne statt Eutersekret</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Inzwischen gibt es veganen Schmelz- und Hartkäse, Frischkäse, Parmesan und Mozzarella, Schafskäse, süße und saure Sahne, zig Joghurt- und Quarksorten. Allerdings dürfen sie nicht so heißen: Diese Bezeichnungen sind ausschließlich Produkten aus der „normalen Eutersekretion“ von Tieren vorbehalten, das hat der Europäische Gerichtshof vergangenen Juni entschieden – angeblich, um Verbraucher vor Verwechslungen zu schützen. Deshalb kommen die veganen Produkte nun meist mit sperrigen Umschreibungen daher. Doch davon lasse ich mich nicht abschrecken und probiere mich durch das große Angebot an veganen Milchprodukten – pardon: Milchprodukt-Alternativen. Wie schmecken sie wirklich? Was ist drin? Und wofür nimmt man was am besten?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Den Anfang macht ein Kokosjoghurt von Harvest Moon. Die ganze Kokosnuss, die laut Hersteller in jedem Becher steckt, schmecke ich nicht. Dafür aber eine cremig-leichte, säuerliche Frische wie es sich für einen „richtigen“ Joghurt gehört. Von fiesen Zusatzstoffen keine Spur, auch Zucker ist nicht zugesetzt. Das schmeckt meinen Kindern nur mittel – zum Glück, bei dem Preis. Als nächstes löffle ich mich durch die Quark-Alternative von Provamel. Sie ist ebenfalls zuckerfrei, passt also auch gut zu Pellkartoffeln, ist leicht säuerlich und cremig – wie Joghurt, nur etwas dicker. Zwischen ihr und der deutlich festeren, säuerlichen <a href="https://kasper-kommunikation.de/wie-quark-frisch-vegan-fermentiert-und-koestlich-natuerlich/">Quark-Alternative von Soyananda</a> liegen Welten. Diese kommt herkömmlichem Quark am nächsten: In Lake schwimmend, sieht sie aus und schmeckt wie der Quark frisch vom Bauernhof. Nur die Fruchtsorten sind leicht mit Apfeldicksaft gesüßt. Zudem ist dieser „Quark“ nicht pasteurisiert – die beim Fermentieren entstandenen, gesunden Milchsäurebakterien sind also noch quicklebendig. Das macht den Soyananda-Quark auch für Rohköstler interessant.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fest und rahmig wie der gute alte Philadelphia</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Während veganer Quark erst vor ein, zwei Jahren auf den Markt kam, gibt es pflanzlichen Frischkäse schon länger. Mit Grausen erinnere ich mich an die ersten Vertreter dieser Zunft: grau und krümelig, sie rochen und schmeckten wie Mörtel. Der „Streichgenuss“ von Simply V aus Mandeln und Kokosöl dagegen ist glänzend weiß und fühlt sich sehr glatt an im Mund. Der Geschmack ist eher schwach und hat mit Frischkäse pur auf dem Brot wenig gemein. Ganz anders die fermentierte, nicht pasteurisierte Frischkäse-Alternative von Soyananda: Das Bio-Produkt schmeckt säuerlich-frisch und ist von fester, rahmiger Konsistenz, ganz wie der gute alte Philadelphia.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch vegane Sahne ist in verschiedenen Ausführungen zu haben, der Klassiker ist CreSoy von Natumi. Doch selbst mit viel Sahnesteif und Ausdauer lässt sich die Bio-Sojasahne nicht aufschlagen. In Desserts ist sie lecker, doch zu herzhaften Gerichten passt sie nicht, weil sie süßen Maissirup enthält. Noch süßer, aber immerhin schon fertig aufgeschlagen ist die Sprühsahne von Soyatoo – wenn sie denn aus der Dose kommt, was mir nur bei höchstens einem Drittel des Inhalts gelang. Praktischer ist da Schlagfix von Leha im Tetrapack. Die ungesüßte Sojasahne lässt sich wunderbar aufschlagen und vielseitig einsetzen, mit etwas Sahnesteif sogar für Tortendekorationen. Und zu saurer Sahne oder Schmand gibt es sogar eine Bio-Alternative: den stichfesten Soyananda Sauerrahm. Sein fein säuerlicher, milder Geschmack ist perfekt sowohl für Süßspeisen als auch für Saucen, Dips und Aufläufe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pizza mit saftigem, Fäden ziehendem Käse</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kommen wir zur Königsdisziplin, dem Käse. Eine Pizza mit saftigem, Fäden ziehendem Käse? Auch das geht inzwischen vegan. Mit dem Schmelzgenuss von Simply V allerdings erst unterm Grill bei Temperaturen ab 220° C. Anders der Pizzaschmelz von Wilmersburger – jedenfalls, wenn man die Käseraspel direkt auf die Soße gibt: Läuft! Aufs Brot sind die Wilmersburger Scheiben eine gute Alternative, die Sorte „Classic“ schmeckt etwa wie Butterkäse. Deutlich kräftiger im Geschmack und sogar mit käsigem Geruch sind die „Genießerscheiben“ von Simply V. In „Natur“ erinnern sie an jungen Gouda. Wer es noch würziger liebt, dem ist der „No-Muh“-Schnittkäse von Vegusto zu empfehlen: Schon die milde Sorte riecht und schmeckt intensiv nach Käse. Auch ohne Kasein eindeutig mit Suchtpotenzial!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Noch ganz neu ist die nicht pasteurisierte <a href="https://kasper-kommunikation.de/wie-griechischer-kaese-vegan-und-aus-der-schweiz/">„Alternative zu Griechischem BioKäse“</a> von Soyananda – optisch und geschmacklich einem Original-Feta täuschend ähnlich. Den „Vegibelle“ von <a href="https://kasper-kommunikation.de/projekte/nagel/">Nagel</a> gibt es schon länger, er schmeckt eher wie ein säuerlicher Tofu. Dafür ist er fest und bröckelig wie ein Schafskäse. Ich genieße ihn in kleine Würfel geschnitten, mit Olivenöl und Tomaten. Und denke dabei: Es gibt heute wirklich keinen Grund mehr, Kuhmamas ihre Milch wegzunehmen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Der Artikel erschien zunächst in &#8222;VEGAN für mich&#8220;.</em></p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/alles-kaese/">Alles Käse, oder?</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lecker Bakterien: einfach im Glas gereift</title>
		<link>https://kasper-kommunikation.de/lecker-bakterien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Sep 2017 07:34:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Soyana]]></category>
		<category><![CDATA[vegan-fuer-mich]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan und nachhaltig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fermentieren ist angesagt: Blogger, Foodies und Lifestyle-Medien schwärmen von Sauerkraut, Kimchi und Kombucha. Was ist dran an dem Hype?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kasper-kommunikation.de/lecker-bakterien/">Lecker Bakterien: einfach im Glas gereift</a> erschien zuerst auf <a href="https://kasper-kommunikation.de">KASPER Kommunikation - PR-Agentur in Hamburg</a>.</p>
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			<p><strong>Fermentieren ist zum Topthema geworden: Blogger, Foodies und Lifestyle-Medien schwärmen von Sauerkraut, Kimchi und Kombucha. Was ist dran an dem Hype? Und wie funktioniert das Gären in der heimischen Küche? Ein Selbstversuch.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bakterien, Schimmelpilze, Enzyme: Die Zutaten beim Fermentieren klingen erst mal wenig appetitlich. Und die soll man nicht nur essen, sondern auch noch massenhaft selber züchten? Andererseits: Tee, Kaffee, Kakao, Sauerteig – schmeckt alles ganz gut und ist auch fermentiert. Mutig starte ich einen Selbstversuch: veganer Joghurt soll es sein! Denn genau wie Milchprodukte lassen sich auch pflanzliche Alternativen fermentieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Statt Kuhmilch nehme ich einfach meine selbstgemachte Mandelmilch als Basis. Dafür habe ich eine Handvoll Mandeln über Nacht eingeweicht und mit einem Liter Wasser und einer Prise Salz im Mixer püriert. Bei Sojajoghurt sorgen die in der Sojamilch enthaltenen Eiweiße für genug Festigkeit. Andere Milchalternativen reifen zwar, könnten aber flüssig bleiben. Zur Sicherheit mixe ich daher zwei Esslöffel Pfeilwurzelmehl und etwas Agar-Agar unter meine Mandelmilch. Dann lasse ich sie ein paar Minuten köcheln und fülle die Masse in ein Glas. Wenn sie auf 43 Grad heruntergekühlt ist, kommen zwei Löffel gekaufter Sojajoghurt nebst darin enthaltener veganer Milchsäurebakterien hinzu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch damit die kleinen Milchsäurebakterien sich in meiner Mandelmilch fleißig vermehren und ihr den typisch säuerlichen Geschmack verleihen, braucht es Wärme und Geduld. Von beidem habe ich wenig hier im frischen Hamburg inmitten von Job und Kindern. Die komfortabelste Lösung wäre die Zubereitung im Joghurtbereiter. Praktisch wäre auch ein Dörrgerät, ein Reiskocher oder eine Heizdecke – die aber allesamt in unserem Haushalt nicht vorhanden sind. In Handtücher einwickeln und in die Sonne stellen? Schöne Idee, wenn nur die Wolken nicht wären! Statt auf tropisches Wetter zu warten, schiebe ich mein Joghurt-in-spe-Glas in den Backofen. Um die 43 Grad Celsius hätten die Bakterien gerne. Ich schalte den Ofen zwischendurch immer wieder aus, weil er sich sonst auf seine Mindesttemperatur von 50 Grad erhitzen würde. Sechs bis acht Stunden lang dauert die Prozedur, immer wieder messe ich besorgt die Temperatur wie bei einem fiebrigen Kind. Endlich ist der Ofen aus, das cremeweiße Etwas im Glas abgekühlt – und Bingo: cremig-fest und säuerlich-frisch wie „echter“ Joghurt. Geschafft!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verhütungsmittel gegen Fäulnis </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fermentiertes ist nicht nur lecker, sondern auch nützlich: Unsere Großmütter machten mit dieser Technik ganz selbstverständlich Lebensmittel haltbar. So brachte im Winter, wenn der Garten nichts Frisches hergab, fermentiertes Gemüse die Vitamine. Möglich machen es Bakterien, die natürlicherweise auf Pflanzen und im Boden vorkommen. Milchsäurebakterien zum Beispiel wandeln die in Lebensmitteln enthaltenen Kohlenhydrate in Milchsäure um, die den pH-Wert senkt. In dem sauren Milieu können sich fäulniserregende Mikroorganismen nicht mehr vermehren, nur die für den Menschen nützlichen Bakterien überleben. Auch andere Bakterien, Pilze oder Enzyme können die Fermentation in Gang setzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Food-Kritikerin Annette Sabersky schwärmt: „Durch Fermentation verbessert sich die Bekömmlichkeit vieler Lebensmittel, zudem werden Nährstoffe besser verfügbar und unerwünschte Substanzen abgebaut.“ Zum Beispiel Oligosaccharide in Sojabohnen, die bei manchen Menschen Blähungen auslösen, oder Phytinsäure in Vollkorngetreide, die Mineralstoffe bindet. Milchsäurebakterien schützen zudem das Immunsystem: „Sie sorgen im Darm für ein gesundes Mikroklima und verhindern, dass sich krank machende Keime an der Darmschleimhaut festsetzen“, so Sabersky. Davon profitieren auch gerne Veganer: „Das Fermentieren bringt bei jeder Ernährungsform einen Mehrwert“, sagt der Ernährungsexperte Niko Rittenau. „Doch entscheidend für unsere Gesundheit ist die Gesamtheit unserer Ernährung. Wer sich vegan und vollwertig ernährt, also mit vielen Ballaststoffen, muss sich über seine Darmflora keine Sorgen machen.“ Kulinarisch hingegen sei Fermentiertes durchaus eine spannende Bereicherung: „Den Umami-Geschmack von fermentierten Lebensmitteln wie Umeboshi, Tempeh und Miso kennt man sonst eher nur von deftigen Fleischgerichten.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Geschmeckt hat meiner Familie der DIY-Joghurt übrigens bestens. Jedenfalls, nachdem ich ihren Argwohn überlistet und ihn in neutrale Schälchen gefüllt, mit Apfelsirup gesüßt und mit frischen Beeren und Granola serviert habe. Wenn man Süßungsmittel weglässt, eignet sich der Joghurt auch wunderbar für herzhafte Gerichte, etwa einen leichten Kartoffelsalat, Tzatziki oder als Dip zu Falafel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Einkaufs-Ratgeber</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer sich nicht selber die Mühe machen will, für den gibt es im Handel immer mehr fermentierte Lebensmittel. Aber Obacht! Die meisten Industrieprodukte sind pasteurisiert, also erhitzt – was die wertvollen Mikroorganismen dahinrafft. Frische saure Gurken und Sauerkraut findet man manchmal auf dem Wochenmarkt oder in gut sortierten Gemüseabteilungen. Fermentierte, nicht pasteurisierte vegane Alternativen zu Frischkäse, Saurer Sahne, Joghurt und <a href="https://kasper-kommunikation.de/wie-quark-frisch-vegan-fermentiert-und-koestlich-natuerlich/">Quark</a> von der Schweizer Marke <a href="http://www.soyananda.com">Soyananda</a> gibt es im Bioladen. Gereiftes Sauerteigbrot bekommt man beim Bäcker. Reformhäuser bieten fermentierte Naturheilpflanzen wie Rotklee oder Löwenzahn sowie Bio-Konzentrate.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Info: Milchsäure vegan?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Milchsäurebakterien heißen so, weil der Chemiker Carl Wilhelm Scheele sie 1780 zum ersten Mal in saurer Milch entdeckt hat. Sie sind nur dann nicht vegan, wenn sie auf tierischem Nährboden gezüchtet wurden. Vegane Joghurtkulturen gibt es als Trockenpulver im Onlinehandel und in der Apotheke – oder man nimmt einfach ein paar Löffel gekauften Sojajoghurt, da sind sie schon drin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien zunächst in &#8222;VEGAN für mich&#8220;.</em></p>

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